Federico Luigi Menabrea
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Federico Luigi Conte di Menabrea (Federico Luigi Graf von Menabrea) (* 4. September 1809 in Chambéry; † 24. Mai 1896 in St. Cassin) war ein italienischer Wissenschaftler, General und Politiker.
[Bearbeiten] Leben
Er studierte in Turin Ingenieurwissenschaft und Mathematik u. a. bei den Professoren Giovanni Plana und Bidone. Als Ingenieur und Offizier der militärischen Behörde für Planung und Durchführung ersetzte er Camillo Benso Graf von Cavour an der Festung von Bard. Später wurde er Professor für Mechanik und Bauplanung an der Militärakademie.
1840 fand in Turin an der Akademie der Wissenschaften der zweite Kongress der italienischen Wissenschaftler statt, die dazu vom König Karl Albert eingeladen wurden. Am Kongress nahm auch Charles Babbage teil, der von dem Astronomen Giovanni Piana eingeladen wurde, um seinen Entwurf einer Rechenmaschine vorzulegen. In Turin stellte Babbage zum ersten Mal einer wissenschaftlichen Hörerschaft seinen Entwurf vor. Die Darstellung begeisterte die italienischen Wissenschaftler und setzte sich in kleineren Seminaren fort. An diesen Seminaren, in denen zum ersten Mal über die Verkettung von Rechenoperationen, eine Vorstufe der Programmierung, diskutiert wurde, beteiligten sich der Physiker Ottaviano Mossotti und Luigi Menabrea. Der erstere widmete sich darauffolgend einer Beschreibung des Entwurfes von Babbage, den er auf Französisch 1842 bei der „Bibliothèque Universelle de Genève“ veröffentlichte und der als das erste wissenschaftliche Werk über die Informatik gelten kann: „Notions sur la machine analytique de Charles Babbage“. Dieser Text wurde wenige Monate später wieder aufgenommen und erheblich von Ada Lovelace, einer Mitarbeiterin von Babbage, erweitert.
1846 wurde Menabrea Professor von Bauingenieurwissenschaft an der Universität Turin und diesen Lehrstuhl behielt er bis 1860 bei. 1848 wurde er Mitglied des Piedmontesischen Parlaments und fungierte 36 Jahre lang durchgehend als Senator. Er nahm danach als Oberleutnant der militärischen Behörde für Planung und Durchführung in den Feldzügen in der Lombardei (1859) und an der Belagerung der Festung Gaeta (1860) teil. Am 3. Oktober 1860 wurde er mit dem Orden „Grande Ufficiale dell'Ordine Militare d'Italia“ ausgezeichnet.
In der Politik war er Marineminister im Kabinett von Bettino Ricasoli (1861-62) und Minister der Öffentlichen Durchführung im Kabinett Farini-Minghetti (1862-64). Vom 27. Oktober 1867 bis zum 13. Mai 1869 folgte er Urbano Rattazzi als Premierminister des Königreichs Italien in drei folgenden Kabinetten. In dieser Lage widersetzte er sich den Versuchen von Giuseppe Garibaldi, Rom dem Papst zu entreißen. Obendrein ließ er unpopuläre Vorschriften, wie die Besteuerung von Mehl, verabschieden.
Nach seinem Rücktritt vom Ministeramt wurde er zum Botschafter in London ernannt. 1875 erhielt er den Erbtitel Markgraf von Valdora. Er zog sich erst 1892 aus dem öffentlichen Leben zurück.
Trotz seiner schwierigen militärischen und politischen Einsätze betrieb Menabrea eine bemerkenswerte wissenschaftliche Forschung. Er war der erste Wissenschaftler, der eine Formulierung der strukturellen Analyse nach dem Prinzip der virtuellen Arbeit ausführte und wurde deshalb in jeder Hinsicht ein Vorläufer in der Einführung der energetischen Prinzipien in der Mechanik der Durchgänglichkeit. Er formulierte das nun als Lehrsatz der geringsten Arbeit bekannte Prinzip und veröffentlichte 1870 zusammen mit Joseph Bertrand die erste genaue Darstellung. Er war Mitglied der Accademia delle Scienze di Torino und der Accademia Nazionale dei Lincei.
[Bearbeiten] Bibliographie
- Necrologio (1895-1896): Atti Accad. Sci. Torino 31 pp. 851-852
- Necrologio (1910): Suppl. ai Rend. Circ. Mat. Palermo 5 pp. 21-24
[Bearbeiten] Weblinks
Vorgänger |
Ministerpräsident von Italien 1867 - 1869 |
Nachfolger |
Personendaten | |
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NAME | Conte Menabrea, Federico Luigi |
ALTERNATIVNAMEN | Federico Luigi, Graf von Menabrea |
KURZBESCHREIBUNG | italienischer Wissenschaftler, General und Politiker |
GEBURTSDATUM | 4. September 1809 |
GEBURTSORT | Chambéry |
STERBEDATUM | 24. Mai 1896 |
STERBEORT | St. Cassin |