Karl Friedrich August (Mecklenburg-Strelitz)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Karl Friedrich August Herzog zu Mecklenburg [-Strelitz] (* 30. November 1785 in Hannover; † 21. September 1837 in Berlin) war preußischer General, 1827 Präsident des preußischen Staatsrates und Schriftsteller.
Herzog Karl war der Sohn von Karl II., Großherzog zu Mecklenburg [-Strelitz], und seiner zweiten Ehefrau Charlotte von Hessen-Darmstadt, die an den Folgen seiner Geburt starb.
Ab 1800 bis zu ihrer Flucht vor Napoleon 1806 war Karl ständiger Begleiter seiner Schwester Luise, der Königin von Preußen. Nachdem sie 1810 verstorben war, leitete Karl als Intendant kurzzeitig das Theater in Neustrelitz.
Am Neuen Palais in Potsdam äußerte sich ein Edelmann ihm gegenüber, dass nicht Georg Herzog sein dürfe, sondern Karl als Erstgeborener (der Zweitehe).
Karl nahm 1813 als Mitglied in Blüchers Stab an den Befreiungkriegen teil und wurde verwundet. Später wurde er zum Generalleutnant und Chef des 1. Infanterieregiments (8. Dezember 1813) und zum Brigadechef (20. September 1814) ernannt.
Ab 1814 inszenierte Karl Hof- und Familienfeste sowie Theateraufführungen (24. Mai 1819: Goethes Faust, 13. Juli 1829: Fest der Weißen Rose in Potsdam-Sanssouci anlässlich des Besuchs der Zarin Alexandra Feodorowna mit Karls Festspiel Der Zauber der weißen Rose). Diverse Stücke und literarische Texte sind auch heute noch erhalten.
Als Prinz aus dem Hause Strelitz der mecklenburgischen Dynastie führte er den Titel "Herzog". 1816 wurde er Kommandeur des Gardecorps. Ab 1817 gehörte er dem neu gegründeten preußischen Staatsrat an, dessen Präsident er 1827 wurde. 1825 wurde er zum kommandierenden General der Infanterie befördert.
[Bearbeiten] Kurioses
Aus seiner Kindheit ist folgende Anekdote überlieft. Da seine Schwestern bereits in Darmstadt bei der Großmutter Maria Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg lebten, war der zweijährige Karl oft allein im Alten Palais. Um auf sich aufmerksam zu machen, stellte er eine Kiste mit gusseisernen Orden des Vaters auf das Fenstersims, kletterte von einem Stuhl aus selbst auf den Sims und warf schwere Orden aus dem ersten Stock in die Leinestraße hinunter. Das reichte für eine Beschwerde, weil sich Passanten davon bedroht fühlten. Der Vater beschloss nun Karl und seinen Bruder Georg auch nach Darmstadt zu bringen.
[Bearbeiten] Werke
- Geschichte und Statut der Rosen-Ritterschaft. o.O. (Berlin) o.J. (1827).
- Erinnerungen an Berlin. o.O. (Berlin) o.J. (um 1830).
- Wir Deutsche Offiziere: Auszug aus einem Schreiben des verewigten Generals der Infanterie Herzogs Karl zu Mecklenburg. Berlin: Decker 1893.
- Romane:
- Carl, Herzog zu Mecklenburg-Strelitz und Caroline de La Motte Fouqué: Vergangenheit und Gegenwart: ein Roman in Briefen. Berlin 1822.
- Stücke:
- [Pseudonym] C. Weisshaupt: Die Isolirten: Conversations-Stück in vier Akten (als Manuskript gedruckt). Berlin 1837
- [Pseudonym] J.E. Mand: Demoiselle Bock. Berlin: Bloch o.J.
- [Pseudonym] J.E. Mand: Das Räthsel. Berlin: Bloch o.J.
Da der Theaterschriftsteller Carl Goldschmidt († 1857) ebenfalls dieses Pseudonym [J E MAND] verwendete, lassen sich die anderen unter diesem Namen veröffentlichten Stücke in der Regel ihm zuweisen.
[Bearbeiten] Weblinks
Personendaten | |
---|---|
NAME | Karl Friedrich August von Mecklenburg-Strelitz |
KURZBESCHREIBUNG | preußischer General |
GEBURTSDATUM | 30. November 1785 |
GEBURTSORT | Hannover |
STERBEDATUM | 21. September 1837 |
STERBEORT | Berlin |