Operationssaal
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Operationssaal (kurz: OP) ist ein spezieller Raum in einem Krankenhaus oder einer Arztpraxis, in dem chirurgische Eingriffe, die Operationen durchgeführt werden. Für den Operationssaal kommen spezielle Hygienevorschriften nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) zur Anwendung. In der Regel ist er durch Personenschleusen von den übrigen Einrichtungen abgetrennt und darf nur mit spezieller Berufsbekleidung, Kopf- und Mundschutz betreten werden, um die Kontamination durch Krankheitserreger möglichst gering zu halten. Früher musste aufgrund der Explosionsgefahr durch Ether das Schuhwerk so gestaltet sein, dass Funkenflug vermieden wurde.
Heutzutage wird nach einem Toilettenbesuch oder einem Aufenthalt außerhalb des OPs die OP-Kleidung nicht mehr unbedingt gewechselt, sondern nur nach Kontamination.
Während einer Operation darf sich nur ausgebildetes Fachpersonal im Operationssaal aufhalten. Der mit sterilen (keimfreien) Tüchern abgedeckte Patient, der Instrumententisch und die Umgebung der steril bekleideten Operateure und Assistenten gelten als Sterilzone, die vom unsterilen Personal nicht betreten werden darf. Sie ist umgeben von der Springerzone, benannt nach dem sog. Springer (eine bereitstehende OP-Pflegekraft die ggf. notwendige Geräte und Reservematerialien holen und auspacken muss). Am Kopfende des Patienten ist meist mit weiteren Tüchern die (unsterile) Anästhesiezone abgeteilt, wo der Narkosearzt und seine/ihre Mitarbeiter arbeiten. Die Türen sollen während der Operation geschlossen bleiben.
[Bearbeiten] Bauliche Eigenschaften
In Deutschland müssen Operationssäle über raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen, DIN 1946, Teil 4, (Raumlufttechnische Anlagen in Krankenhäusern), VDI-Richtlinie 6022) klimatisiert sein. Neben einer konstanten Temperatur (22-26 °C im Operationsfeld) und Luftfeuchtigkeit (30 - 65 %) soll die Luft möglichst keimfrei sein, und die Konzentration von Narkosegasen niedrig. Häufig wird von den Operateuren eine niedrige Temperatur gewünscht, jedoch steigt durch eine vermehrte Auskühlung des Patienten die Infektionsgefahr. Die Luft ist durch mehrere Filterstufen keimarm. Durch einen Überdruck im OP kann Luft nicht ungeplant von außen eindringen. Für die sogenannten septischen Operationssäle – für Operationen in eitrigem oder infiziertem Gewebe – werden die Luftströme geeignet geplant und Abluftfilter eingesetzt.
Die Anschlüsse für Strom, Wasser, Gase und Netzwerk sind häufig deckenmontiert. Sie sind vollklimatisiert; auf Fenster wird häufig wegen der ungleichmäßigen Lichtverhältnisse und möglichen Störungen der Hygiene verzichtet. Narkosearbeitsplätze, Operationstische und weitere Einbauten sind modular bzw. austauschbar. Manche neuen Operationssäle sind zusätzlich mit Computertomografie- oder Kernspintomografiegeräten ausgestattet, um gezielte mikroinvasive Eingriffe zu ermöglichen. Bei einer Kernspintomografie dürfen jedoch nur dafür geeignete Geräte und Materialien verwendet werden. Es befindet sich ständig ein starkes Magnetfeld um das MRT-Gerät, das alle magnetisierbaren Gegenstände hineinzieht.
Um die Narkose ungestört vorbereiten und einleiten zu können, steht dem Anästhesisten in älteren OPs ein kleiner, geschlossener Vorraum zur Verfügung (Einleitungsraum), oder es gibt zentralisierte Einleitungsräume für mehrere Operationssäle. Möglich ist auch eine zentrale holding area an der Schleuse. Nach der Operation wird der Patient bis zur Stabilisierung in einen Aufwachraum gebracht, der mit Überwachungsgeräten ausgestattet ist und meist noch innerhalb des Operationstraktes liegt. Außerdem gibt es im OP-Bereich noch Räume zur chirurgischen Händedesinfektion, zur Sterilisation und Aufbereitung von Operationsbesteck und Instrumenten, Personalaufenthaltsräume etc.. Toiletten finden sich häufig im Bereich der Schleusen.
[Bearbeiten] Literatur
- Walter Steuer und 11 Mitautoren: Hygiene und Technik im Krankenhaus (Kontakt & Studium Band 207). Expert-Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3816913709