Bätylos
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Bätylos (mglw. auch Abadir) war der Stein, den nach der griechische Mythologie, die Titanin Rhea in Ziegenfell verpackt, ihren Gemahl Kronos statt des neugeborenen Zeus verschlingen ließ. Da dem Titanen der Stein auf Dauer nicht bekam, spie er ihn, zusammen mit den bereits vorher verschluckten Geschwistern des Zeus, nach etwa einem Jahr wieder aus. Er wird in Pausanias' IX. Buch „Böotien“ erwähnt. Dieser Stein wurde angeblich in Delphi aufbewahrt, täglich mit Öl gesalbt und an Festtagen mit unbearbeiteter Wolle umwickelt.
Weiter nannte man Bätylien (Baetylia) die heiligen Steine, welche im Altertum als Fetische verehrt wurden, und die auch griechischer und römischer Gottesdienst in Anlehnung an den Orient zum Teil bis tief in geschichtliche Zeiten hinein bewahrte. Vgl. 1. Moses 28, 18-19; auch 3. Moses 26, 1; 4. Moses 33, 52. Erst in späterer Zeit bezog man den Ausdruck (der semitischen Ursprungs ist) besonders auf Meteorsteine, die als himmlische Zeichen verehrt wurden.