Clemenshospital Münster
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Das Clemenshospital in der westfälischen Stadt Münster ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit 431 Betten und etwa 1000 Mitarbeitern. Jährlich werden dort rund 15.000 stationäre und 30.000 ambulante Patienten versorgt.
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[Bearbeiten] Geschichte
Das Clemenshospital geht auf eine Stiftung des münsterschen Fürstbischof Clemens August I. von Bayern im Jahre 1732 zurück. Der ursprüngliche Bau wurde von Johann Conrad Schlaun entworfen, der unter anderem auch für das Schloss oder den Erbdrostenhof verantwortlich war. Das Krankenhaus selbst wurde 1754 fertiggestellt und bestand aus 16 Betten. Die Pflege der Kranken übernahmen die Barmherzigen Brüder des heiligen Johannes von Gott. Nachdem im Jahre 1811 durch ein Dekret Napoléons I. das Clemenshospital in die Trägerschaft der Stadt Münster übergeben wurde, zogen die Bermherzigen Brüder aufgrund von Schwierigkeiten bei der Führung des Hauses ab. Da die Stadt selbst kein geeignetes Pflegepersonal zur Verfügung stellen konnte, wurde die Pflege im Jahre 1820 den Clemensschwestern übertragen.
Durch den Einsatz der Schwestern gelang es ihnen, das baufällige Gebäude mit seinen 20 Betten in ein angesehenes Krankenhaus mit 396 Betten umzuwandeln. Im Jahre 1938 war das Clemenshospital zu einem der größten und bekanntesten Krankenhäusern in der Region des Münsterlandes geworden, nicht zuletzt wegen der für die damaligen Verhältnisse modernen Instrumente und Behandlungsmethoden. Der Zweite Weltkrieg sollte zunächst das Ende des Clemenshospitals bedeuten. Bedingt durch die Luftangriffe der Alliierten musste es zwischen 1943 und 1944 zweimal evakuiert werden, bevor es aufgrund starker Bombenschäden gänzlich aufgegeben werden musste. Es folgte eine mehrjährige Odyssee durch Münster, bevor 1957 mit den Planungen für einen Neubau durch die Architekten Stevens und Weischer begonnen wurde. Zuvor hatte die Stadt Münster die Trägerschaft im Jahre 1952 auf die Clemensschwestern übertragen.
Im Jahre 1958 begannen die Bauarbeiten zum Neubau des Krankenhauses am Düesbergweg im Süden der Stadt. Eine Besonderheit ist dabei die Konstruktion, denn aufgrund der Bodenstruktur ruht das gesamte Gebäude auf insgesamt 600 Pfählen. Jeder der Pfähle wurde zwischen 8 m und 12 m tief in den Boden gerammt. Im Jahre 1962 war das neue Clemenshospital fertiggestellt und konnte bezogen werden, das seitdem mehrfach verändert und erweitert wurde.
[Bearbeiten] Medizinische Abteilungen
Das Krankenhaus besteht aus folgenden elf medizinischen Abteilungen:
- Anästhesiologie
- Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie
- Thoraxchirurgie
- Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie
- Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
- Innere Medizin I
- Innere Medizin II
- Neurochirurgie
- Neurochirurgisch-neurotraumatologische Frührehabilitation
- Radiologie
- Frauenklinik
[Bearbeiten] Weitere Einrichtungen
Das Clemenshospital bietet zudem weitere Dienste an. Dazu gehören im Bereich der Pflege ein ambulanter Pflegedienst sowie die Möglichkeit einer Kurzzeitpflege und Physiotherapie. Entsprechend ist dem Krankenhaus eine Krankenpflegeschule angegliedert. Für die sozialen Aspekte steht ein Seelsorgedienst zur Verfügung.
[Bearbeiten] Weblinks
Koordinaten: 51° 55′ 57.50" N, 7° 36′ 52.50" O