Clostridium perfringens
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Clostridium perfringens | ||||||||||||||
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Systematik | ||||||||||||||
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Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||||
Clostridium perfringens | ||||||||||||||
Veillon & Zuber, 1898 |
Clostridium perfringens ist ein stäbchenförmiges, grampositives, endosporenbildendes, (un)begeißeltes Bakterium der Gattung Clostridium. C. perfringens ist ein strikter Anaerobier, der das kurzzeitige Aussetzen in sauerstoffreicher Atmosphäre aber problemlos überlebt. Der Organismus kann im Boden (anaerobe Zonen), in Wasser, Staub und Lebensmitteln, aber auch im Darm von Mensch und Tier nachgewiesen werden (1000-10.000 Keime/g Fäzes). Im Boden zählen Clostridien zu den wichtigsten anaerob Cellulose-abbauenden Mikroorganismen.
Das Temperaturoptimum von C. perfringens liegt bei ca. 43 - 47 °C (mit Generationszeiten von 8 bis 12 min), Extrembereich min. bei 10 - 18 °C und max. bei 50 - 52 °C. Die Sporen können, abhängig von diversen Umweltfaktoren, Temperaturen von 60 °C überleben. Die Hitzeresistenz ist je nach Stamm sehr variabel und kann bei 100 °C bis zu 60 min gehen. Das Toxin ist hitzelabil (4 min bei 60 °C). Als D-Wert werden 15 - 145 min bei 90 °C und 0,31 - 38 min bei 100 °C angegeben.
C. perfringens bildet für den Menschen pathogene Exotoxine (Enterotoxine) der Serotypen A, B, C, D und E aus. Er zählt mit weiteren Clostridien zu der Gruppe der Gasbrandbazillen und erregt den Gasbrand, die Gasphlegmone und das maligne Ödem.
Gasbrandbazillen bilden mindestens 12 verschiedene Toxine, die als Enzyme (Proteasen, Kollagenasen, Desoxyribonukleasen und Phospholipasen) wirken. Die Enzyme bauen entsprechend Gewebe ab und führen zu Nekrosen im betroffenen Muskelgewebe. Serotyp C verursacht die sogenannte Enteritis necroticans. Das Toxin verursacht akute abdominale Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe. Der Krankheitsverlauf ist relativ mild und die Symptome verschwinden nach 12 - 24 h wieder. Bei Tieren werden die Erkrankungen durch Clostridium-perfringens-Toxine als Enterotoxämie bezeichnet.
C. perfringens zählt zu den Lebensmittelvergiftern. Die Infektionsdosis liegt bei 700.000 Keimen/g, bei Lebensmittel meist noch höher. Gefährdete Lebensmittel sind warmgehaltenes Fleisch (Rindfleisch, Geflügel), Austern und andere Meeresfrüchte.
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