Fairey Barracuda
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Die Fairey Barracuda war ein britisches trägergestütztes Torpedobomber und Sturzkampfflugzeug, das hauptsächlich im 2. Weltkrieg Verwendung fand.
[Bearbeiten] Entwicklung und Einsatz
Die Barracuda wurde aufgrund des Pflichtenheftes S.24/37 entwickelt, das vielfältige Außenlasten (Torpedos, Bomben, Rettungsboote, Radarbehälter) forderte. Sie war der erste britische trägergestützte Ganzmetall-Torpedobomber, verfügte über ein hohes, verstrebtes Höhenleitwerk und große Fairey-Young-Klappen an den Flügelhinterkanten, die die für den Flugzeugträgereinsatz erforderliche niedrige Mindestgeschwindigkeit ermöglichten.
Da der ursprünglich vorgesehene Flugmotor Rolls-Royce Exe nicht mehr hergestellt wurde, verzögerte sich die Erprobung des ersten Prototyps der Barracuda (Werk-Nr. P 1767). Ersatzweise mit einem Merlin 30 Flugmotor von 1260 PS ausgerüstet, machte er seinen Erstflug schließlich am 7. Dezember 1940.
Da in dieser Kriegsphase andere Flugzeugtypen dringender benötigt wurden als die Barracuda, machte das erste Serienflugzeug, die Barracuda I, erst am 18. März 1942 seinen Erstflug. Von diesem Modell wurden 30 Stück gebaut (5 davon von Westland). Die Barracuda I wurden meist für Versuche und Umschulung verwendet.
Es folgten 1688 Barracuda II mit dem stärkeren Merlin 32, der eine größere Zuladung erlaubte, aber die Gesamtleistung leicht verschlechterte. Das 827. Squadron erhielt als erste Einheit im Januar 1943 die Barracuda II. Die ersten Kampfeinsätze führte das 810. Squadron acht Monate später bei der Landung bei Salerno durch.
Im Einsatz wurde der Barracuda häufiger als Sturzkampf- denn als Torpedobomber eingesetzt. 42 Barracuda von vier Staffeln der Flugzeugträger Victorious und Furious flogen im April 1944 den Angriff auf die Tirpitz im Kaafjord in Nordnorwegen. Sie erzielten 15 Direkttreffer mit panzerbrechenden 500 lbs (227 kg)- und 1000 lbs (454 kg) - Bomben. Dabei gingen lediglich drei Barracudas verloren. Im selben Monat führten Barracuda des Trägers Illustrious ihren ersten Angriff im Pazifik durch.
Die letzte noch im Kriege gebaute Version war der Mk III mit einer ASV-Radarwanne zur U-Bootabwehr.
Fairey baute 675, Blackburn 700, Boulton Paul 300 und Westland 13 Flugzeuge vom Typ Mk II. Mark III wurden von Fairey (460) und Boulton Paul (392) hergestellt. Ein Mk II wurde mit einem 1850 PS Griffon VII Motor als Prototyp für den unbewaffneten Mk V ausgerüstet. (Mk IV wurde nicht gebaut.) Dieses Flugzeug (P9976) flog am 16. November 1944. 30 Mk V mit erheblich geänderter Leitwerkkonstruktion sowie anderen Modifikationen wurden von Fairey erst nach dem Kriege fertiggestellt. Sie wurden hauptsächlich als Schulflugzeuge eingesetzt.
[Bearbeiten] Technische Daten
Barracuda Mk.II | |
Kenngröße | Daten |
---|---|
Länge | 12,11 m |
Höhe | 4,60 m |
Flügelspannweite | 14,98 beigeklappt 6,00 m |
Flügelfläche | 34,09 m² |
Antrieb | ein 12-Zylinder-Reihenmotor Rolls-Royce Merlin 32 (1.223 kW/1.640 PS) |
Höchstgeschwindigkeit | 367 km/h in 535 m Höhe |
Marschgeschwindigkeit | 311 km/h in 1.525 m Höhe |
Steigrate | 250 m/min |
Dienstgipfelhöhe | 5.060 km |
Reichweite | maximal 1.101 km |
Aktionsradius | 790 km |
Flugdauer | 3 bis 6,7 h |
Leergewicht | 4.241 kg |
Startgewicht | normal 6.396 kg maximal 6.950 kg mit Starthilfsraketen |
Besatzung | 3 |
Bewaffnung | zwei bewegliche 7,7-mm-MG Browning |
Abwurfmunition | ein 735 kg Torpedo oder 726 kg Bomben oder sechs 113 kg Wasserbomben oder 744 kg Minen |