Friedrich Hettesheimer
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Friedrich Hettesheimer (* 12. Juni 1851 in Stuttgart; † 7. Februar 1896 in Jena) war Journalist und Dramatiker
Bezog sich sein Interesse als Student an der Heidelberger Universität vor allem auf Themen des Neukantianismus, wandelte er sich in späteren Jahren zunehmend zum vehementen Gegner dieser philosophischen Richtung. Stattdessen sympathisierte er für die anarchistischen Positionen von Peter Kropotkin und Gustav Landauer.
Sein bedeutendstes Werk bleibt das 1895 in Berlin uraufgeführte Stück „Phiole und Pastille“. Seinerzeit stark angefeindet, musste Hettesheimer lange nach einer Bühne suchen, die bereit war, sein Werk aufzuführen. Die Vorführung wurde von der konservativen Presse ob ihres hochpolitischen, establishmentfeindlichen Inhaltes zerrissen. Heute nahezu vergessen, handelt das Stück von der Existenzkrise eines Berliner Apothekersohnes. Dessen innerer Konflikt mit dem wilhelminischen Bürgertum gipfelt schließlich im Aufruf zur inneren wie zur äußeren Revolution.
Im Alter von 39 Jahren wurde Hettesheimer in eine Nervenheilanstalt in Jena eingewiesen. Es wird vermutet, dass er an den Folgen einer Bleivergiftung litt. Blei wurde seinerzeit oft für Wasserleitungen verwendet. Während seines Aufenthaltes lernte Hettesheimer Friedrich Nietzsche kennen. Diese Erfahrung soll den ohnehin depressiven Hettesheimer gänzlich aus der Bahn geworfen haben. Als Beleg hierfür gilt ein Romanfragment mit dem Titel „Am Fuß der Wendeltreppe“, in dem sich Hettesheimer inhaltlich mit den Positionen Nitzsches auseinandersetzt. Hettesheimer wurde 1896 als geheilt entlassen. Einige Tage später erhängte er sich in einer Pension in Jena.
Personendaten | |
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NAME | Hettesheimer, Friedrich |
KURZBESCHREIBUNG | deutscher Journalist und Dramatiker |
GEBURTSDATUM | 12. Juni 1851 |
GEBURTSORT | Stuttgart |
STERBEDATUM | 7. Februar 1896 |
STERBEORT | Jena |