Galapagosscharbe
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Galapagosscharbe | ||||||||||
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Systematik | ||||||||||
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Wissenschaftlicher Name | ||||||||||
Phalacrocorax harrisi | ||||||||||
Rothschild, 1898 |
Die Galapagosscharbe (Phalacrocorax harrisi), auch Stummelkormoran genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Kormorane. Es ist die einzige Kormoranart, die ihre Flugfähigkeit eingebüßt hat und wurde früher sogar in eine eigene Gattung Nannopterum gestellt. Heute ist die Zuordnung zur Gattung Phalacrocorax üblich.
Wie die anderen Kormorane hat dieser Vogel Schwimmhäute an den Füßen und kraftvolle Beine, die unter Wasser für einen kräftigen Antrieb sorgen. Zu seinem Beutespektrum gehören Fische, Aale und kleine Tintenfische. Ihre Beute suchen sie nahe dem Meeresboden und selten mehr als 100 Meter von der Küste entfernt.
Ausgewachsen erreichen Kormorane eine Körperlänge von etwa 89 bis 100 Zentimeter und wiegen dann zwischen 2,3 und 4 Kilogramm. Die schwärzlich braunen und fransigen Flügel sind nur ein Drittel so groß, wie ein Vogel dieser Größe sie hätte, um flugfähig zu sein. Auch das Brustbein, an dem bei flugfähigen Vögeln die kräftigen Muskeln befestigt sind, die für die Flugfähigkeit benötigt werden, ist bei dieser Vogelart deutlich kleiner.
Wie bei anderen Kormoranen sind auch die Federn der Galapagosscharbe nicht waserabweisend und sie verbringen viel Zeit damit, nach Beutegängen ihr Gefieder in der Sonne zu trocknen.
Das Weibchen legt bis zu drei Eier pro Gelege, allerdings überlebt in der Regel nur ein Küken. Beide Elternvögel sind an der Brut und der Aufzucht des Jungen beteiligt. Das Weibchen verlässt den Jungvogel allerdings früher als das Männchen, um sich einen neuen Partner zu suchen. Wenn das Nahrungsangebot reichlich ist, kann das Weibchen daher bis zu dreimal in einem einzigen Jahr brüten. Mit dieser Anpassung sind die Vögel sehr schnell in der Lage, sich von Bestandseinbrüchen zu erholen.
Die Galapagosscharbe entwickelte ihr heutiges Aussehen und Verhalten auf einer Insel, die frei von Beutegreifern war. Da sich ihre Nahrung unmittelbar an der Küste befand, verlor dieser Vogel im Laufe der Evolution seine Flugfähigkeit. Durch den Menschen wurden allerdings eine Reihe von Säugetieren wie Katzen, Hunde und Schweine eingeführt, die zu dem heutigen Bestandsrückgang geführt haben. Heute zählt die Galapagosscharbe zu den seltensten Meeresvögeln. 2004 wurden nur noch 1.500 Individuen gezählt.
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Galapagosscharbe – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Phalacrocorax harrisi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2006. Eingestellt von: BirdLife International, 2005. Version vom 11. Mai 2006