Gisela Forster
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gisela Forster (* 1946 in München) ist eine Befürworterin der Frauenordination in der römisch-katholischen Kirche und von der Kirche nicht anerkannte Priesterin.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Ausbildung
Dr. Gisela Forster wurde 1946 in München geboren. Ihre Eltern stammten aus Bayern und aus Ungarn. Sie besuchte das Elsa-Brandström-Gymnasium in München-Pasing und studierte nach dem Abitur Kunst, Architektur, Städtebau, Philosophie und Theologie. Sie wurde Oberstudienrätin und Diplomingenieurin an der TU München. Ihre Dissertation schrieb sie in Philosophie und Kunst. Von 1972-1989 unterrichtete sie am Gymnasium in Schäftlarn. 1989 trennte sie sich von der Schule, weil sie Dr. Anselm Forster heiratete, der von 1966-1989 Direktor des Gymnasims Schäftlarn war. Anselm und Gisela Forster haben zwei Kinder. Seit 1980 engagiert sich Gisela Forster in mehreren kirchlichen Basisgruppe, war Mitbegründerin der Gruppe der vom Zölibat betroffenen Frauen und der Gruppe Maria von Magdala, Priesteramt für die Frau. 1989 wurde sie in den Kreistag des Landkreises Starnberg gewählt und übte bis 2002 das Amt der Kreistagsfraktionsvorsitzenden aus.
1998 schloss sie sich der Bewegung "Weiheämter für Frauen in der rk Kirche" an, wobei diese Gruppierung bezüglich der Frauenordination bewusst im Widerspruch zur Amtskirche steht. Diese Gruppe versucht die Argumente für eine Weihe der Frau an die römisch-katholischen Amtskirche heranzutragen. Sie baut auf die Konzilseingaben zum Vatikanum II von Dr. Ida Raming und Dr. Gertrud Heinzelmann im Jahre 1988 auf. Die Bewegung sieht sich als innerkirchliche Bewegung: Jede Frau, die mitmacht, muss der römisch-katholischen Kirche angehören und darf nicht ausgetreten sein. Die Gruppe will die Diskussion über den Ausschluss der Frau von allen Weiheämter, die Papst Johannes Paul II in seinem Apostolisches Schreiben "Ordinatio sacerdotalis" bestätigt hat und die Zulassung von Frauen zum Amt der römisch-katholischen Priesterin erreichen.
2002 ließ sich Gisela Forster zusammen mit anderen Frauen auf einem Schiff auf der Donau von Romulo Braschi zur Priesterin weihen. Gemäß Kirchenrecht erhielt sie wenige Tage nach dieser "Weihe" eine Ermahnung des Vatikans (Monitum) und nach einigen Wochen die Exkommunikation durch Josef Kardinal Ratzinger
[Bearbeiten] Hintergrund: Exkommunikation
In der römisch-katholischen Kirche bedeutet Exkommunikation nicht den Ausschluss aus der Kirche (der kirchenrechtlich unmöglich ist), sondern den Verlust der Kirchengemeinschaft und damit gewisser Rechte innerhalb der Kirche. Der Exkommunizierte ist nicht berechtigt, die Sakramente oder Sakramentalien zu empfangen, außerdem darf er kein kirchliches Amt (z.B. das Priesteramt) ausüben. Obwohl Gisela Forster exkommuniziert ist, ist sie weiter Mitglied der römisch katholischen Kirche und zahlt Kirchensteuern [1]. Die Exkommunikation bleibt solange bestehen, bis die Ursache beseitigt ist oder der Betroffene sein Vergehen wieder gut gemacht hat, vgl. Rekonziliation. Danach ist der lokale Ordinarius (z.B. Bischof) verpflichtet die Exkommunikation wieder aufzuheben. Daher würde die Exkommunikation von Frau Forster auch aufgehoben werden wenn die römisch katholische Amtskirche die Zulassung der Frauen zum Priesteramt beschließt.
[Bearbeiten] Kontroverse über die "Weihe"
Nach Auffassung der Befürworter der Ordination von Frau Forster wurde Romulo Braschi, der 2002 die Weihe durchführte, selbst in Argentinien zum römisch-katholischen Priester gültig geweiht. Er sei von dem argentinischen Bischof Podesta gültig zum Bischof geweiht worden[2].
Nach katholischem Glauben liegt die Möglichkeit, das Sakrament des Priesterweihe zu erteilen bei den katholischen Bischöfen. Nach römisch-katholischem Kirchenrecht können Bischöfe auch dann gültige Weihen spenden, wenn sie unter einer Kirchenstrafe stehen[3]. Ein Konfliktfeld ergibt sich immer dann, wenn ein geweihter Bischof entgegen der Lehre der Kirche die Priesterweihe erteilt. Angabegemäss hat der verstorbene Bischof Geronimo Podesta den "Bischof" Romulo Braschi geweiht, der damit die Fähigkeit habe, seinerseits Priester zu weihen. Diese "Weihe" wird von der Witwe des Bischhofs jedoch ausdrücklich. bestritten[4]. Als Beleg für die erfolgte Weihe besteht (neben der Aussage von Romulo Braschi selbst [5]) eine notarielle Bestätigung von 4 Zeugen, die bei seiner Bischofsweihe anwesend waren. Alle 4 Zeugen erklären darin vor dem Notariat, dass die Bischofsweihe von Romulo Braschi entsprechend dem kanonischen Recht vorgenommen wurde.
Auch, dass Romulo Braschi später „Monsignore“ wurde und als „Erzbischof für München, Zürich, Buenos Aires und San Salvador de Bahia“ für eine von ihm bereits in den 70er Jahren mitbegründete und ausdrücklich als „nicht römisch“ bezeichnete "Katholisch-Apostolische Charismatische Kirche Jesus fungierte, habe keinen Einfluss auf die Gültigkeit seiner Bischofsweihe.
Das Erzbistum München erklärte zu der "Weihe": "Die sogenannte „Priesterinnenweihe“ ist ein dubioses Sektenspektakel und trägt die Züge eines absurden Theaters. Mit der römisch-katholischen Kirche hat das alles nichts zu tun." Zu der von Braschi behaupteten Eigenschaft als katholischer Bischof wird ferner ausgeführt, er führ den Titel „Monsignore“ und fungiere als „Erzbischof für München, Zürich, Buenos Aires und San Salvador de Bahia“ für eine von ihm bereits in den 70er Jahren mitbegründete und ausdrücklich als „nicht römisch“ bezeichnete "Katholisch-Apostolische Charismatische Kirche Jesus König"[6].
[Bearbeiten] Hintergrund: Frauenordination
Die katholische Kirche lehnt die Frauenordination traditionell ab. Eine Weihe von Frauen als Bischof ist nach kanonischem Recht daher einerseits unwirksam anderseits aber eine schwere Sünde, die die Exkomunikation nach sich zieht. Diese Position der katholischen Kirche steht seit vielen Jahren in der Kritik.
Hauptartikel: Frauenordination
[Bearbeiten] Weihe zur Bischöfin
Trotz der Exkommunikation arbeitete Gisela Forster weiter theologisch für die Gleichberechtigung der Frauen in der römisch-katholischen Kirche. So wurde sie auf Grund ihres Engagements, ihrer Bildung und ihrer Offenheit 2003 zur Bischöfin geweiht. Die Weihe nahmen Bischöfe vor, die selbst Frauen weihen wollen, dies gegenwärtig in der römisch-katholischen Kirche aber nicht dürfen. Diese Bischöfe beauftragten Frau Dr. Gisela Forster, weitere Frauen weltweit zu weihen.
Sie wirkte mit bei der Priesterinnenweihe nach dem römisch-katholischen Ritus bei einer Reihe von Frauen, die alle Mitglieder der römisch-katholischen Kirche sind:
- der ersten Französin: Genevieve Benney in Lyon 2005
- der ersten kanadischen und amerikanischen Frauen in Gananoque 2005: Dr. Michele Birch-Connery, Dr. Victoria Rue, Dr. Jean Marchant und Marie David
- der Weihe der ersten Priesterin in der Schweiz Monika Wyss 2006, zusammen mit Regina Nikolosi und Dr. Jane Via
- der ersten Frauen in USA in Pittsburgh 2006: Joan Houk, Kathy Vandenberg, Kathleen Kunster, Dr. Bridget Mary Meehan, Roberta Meehan, Eileen DiFranco, Olivia Doko und Dana Reynolds -
Die Weihen wurden zusammen mit den Bischöfinnen Dr. Ida Raming und Dr. Patricia Fresen vorgenommen [7].
Ziel der "Bewegung der römisch-katholisch Priesterinnen" bleibt, die Zustimmung der katholischen Amtskirche zu der Weihe von Frauen zu erwirken.
[Bearbeiten] Werke
- Von Karin Jäckel und Gisela Forster ist das Buch: "Denn das Weib soll schweigen in der Kirche", Bastei Verlag, ISBN 3-404-61552-2 erschienen.
- Von Werner Ertel und Gisela Forster ist das Buch: "Wir sind Priesterinnen" Patmos Verlag ISBN 3-491-70363-8 erschienen.
- Von Gisela Forster ist das Buch: "Gemeinsam stärker als der Tumor", Denkzettelverlag, ISBN 978-3-939936-01-5 erschienen.
- Von Gisela Forster ist das Buch: "Gedanken sind wie Glut im Wind" Gedichte, Denkzettelverlag, ISBN 978-3-939936-04-6 erschienen.
- Von Gisela Forster ist das Buch: "Heinrich Kohl, Hitler mein Idol und Untergang", Denkzettelverlag ISBN 978-3-939936-05-3 erschienen.
- Von Gisela Forster ist das Buch: "Dr. Patricia Fresen - Engagement für Menschlichkeit und Gleichberechtigung" (in englischer Sprache), Denkzettelverlag ISBN 978-3-939936-16-9 erschienen.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Wir sind Kirche Deutschland
- Initiative Kirche von unten
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Quelle Erbistum München-Freising, Mitgliedsregister
- ↑ Quelle Virutelle Diözese- Bischöfe
- ↑ KIRCHE-IN, kirchliche Zeitschrift aus Österreich von Pfarrer Rudolf Schermann
- ↑ Dementi der Bischofsweihe
- ↑ Fernsehinterview mit dem österreichischen Journalisten Werner Ertel (ORF Österreich)
- ↑ Stellungnahme des Erzbistums München
- ↑ Quelle Virtuelle Dioezese
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Gisela Forster im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- ikvu zur "Priesterinnenweihe"
- "Virtuelle Diözese"
- (http://romancatholicwomenpriests.org "Roman Catholic Womenpriests")
FILME "Lebenslinien" des Bayerischen Rundfunks
Personendaten | |
---|---|
NAME | Forster, Gisela |
KURZBESCHREIBUNG | Befürworterin der Frauenordination in der Katholischen Kirche |
GEBURTSDATUM | 1946 |
GEBURTSORT | München |