Italo-Disco
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Als Italo Disco bezeichnet man eine in den frühen 1980er Jahren aufgekommene Stilrichtung innerhalb der Popmusik, deren Merkmal die Verwendung hauptsächlich elektronischer Instrumente (Synthesizer, Keyboards und Drumcomputern) ist und deren Produzenten, Komponisten und teilweise Interpreten aus Italien stammen. Im Sound zeichnet sich Italo Disco durch leichte, sphärische Ankläge (teils verziert mit synthetischen Basslinien und Handclaps), getragen von einem eingängigen, leicht tanzbarem und nicht ins Extreme gehenden Beat aus.
Wichtige Wegbereiter des Italo Discos waren zum einen in Italien ansässige Disco-Produzenten wie die Komponisten- und Produzentenduos La Bionda und Jacques Morali/Henri Belolo, die bereits Mitte der 1970er Jahre unter anderem den Sound der Village People kreierten.
Zum anderen entlieh sich der „Italo-Disco-Sound“ seine schwelgerische Leichtigkeit im Italo Pop, der die generelle Popmusik aus Italien wie die Titel von Ricchi e Poveri, Umberto Tozzi, Eros Ramazzotti, Alice und Al Bano & Romina Power umfasst.
Die Anfänge des Italo Discos machten Songs wie Gloria von Umberto Tozzi (den der Produzent Jack White mit Laura Branigan später erfolgreich für den internationalen Markt coverte).
Als Euro Disco im weiteren Sinne wird die Ableitung des Italo Discos bezeichnet. Denn schnell adaptierten internationale Produzenten wie Dieter Bohlen und Künstler wie Erasure oder die Pet Shop Boys den Musikstil erfolgreich. Parallel zum Euro Disco entwickelte sich Italo Disco weiter. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Musik von Koto.
Die in Deutschland kommerziell erfolgreichsten Titel die dem Italo Disco zugerechnet werden können, waren Gazebo mit I Like Chopin, Valerie Dore mit The Night, Ryan Paris mit Dolce Vita, P Lion mit Happy Children, Fun Fun mit Happy station, Kano mit Another Life, My Mine mit Hypnotic Tango (alle 1983), Raff mit Self Control, Scotch mit Disco Band (1984), Baltimora mit Tarzan Boy, Den Harrow mit Bad Boy, Future Brain, Catch the Fox und Raggio Di Luna mit Comanchero (alle 1985).
Charakteristisch für viele dieser Interpreten war die Veröffentlichung von Singles oder Maxi-Singles, aber nur selten wurden noch die dazugehörigen Longplayer veröffentlicht. Hintergrund war die Fokussierung auf Hits in den Single- oder Disco-Charts, denn für mehr reichte die musikalische Substanz selten aus.
Mitte 2003 lässt die Gruppe Master Blaster mit ihrem Album We Love Italo Disco den Italo-Disco wieder auferleben. Viele alte Titel wie Happy Children, Another Life oder Hypnotic Tango wurden gecovert, und das Album We Love Italo Disco war sehr erfolgreich. How Old R U wurde sogar ein richtiger Sommerhit und hielt sich wochenlang in den Charts.
Bekannte Künstler von Italo Disco sind:
- Ryan Paris
- Raff
- Baltimora
- Martinelli
- Righeira
- Koto
- Bolero
- Max Him
- Umberto Tozzi
- My Mine
- Miko Mission
- Tullio De Piscopo
- Valerie Dore
- Rose
- Sandy Marton
- Fun Fun
- Dr Scat
- Gazebo
- Blind Date
- Hipnosis
- Den Harrow
- Tom Hooker
- Grant Miller
- Ken Laszlo
- Mike Mareen
- Eddy Huntington
- Kano
- P. Lion
- Silent Circle
- Scotch
- Radiorama
- Raggio di Luna
- Savage
Bekannte Künstler von Italo-Dance sind:
- Prezioso
- Brothers
- Gigi D'Agostino
- Molella
- Albertino
- Gabry Ponte
- Eiffel 65
- Danijay
- Vanni G.
- Paps'n Skar
- Luca Zeta
Führendes Plattenlabel: ZYX Music
Sehr beliebt waren auch die von ZYX Music herausgebrachten Mixe wie z.B. Italo Boot Mix und ZYX Disco Club, wo viele der Songs der Künstler vermischt wurden.
LINKS: