Korkmodell
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Korkmodell, ein vorwiegend aus Kork, aber auch Holz, Gips und Terrakotta gefertigtes Architekturmodell. Die Technik wurde im 18. Jh. aus der italienischen Sitte entwickelt, Krippen aus Kork herzustellen.
Dargestellt wurden überwiegend antike Gebäude, da Kork sich besonders gut dafür eignet, die charakteristischen verwitterten Maueroberflächen wiederzugeben. In der Regel wurden sie in großen Maßstäben und mit großer Präzision, häufig auch mit archäologischem Anspruch hergestellt. An den Fürstenhöfen des 18. Jhs. waren sie hochgeschätzt, und obwohl (oder weil) wegen des hohen Aufwandes nur einige hundert Stück hergestellt wurden, waren sie an allen wichtigen Fürstenhöfen vertreten. Da sie im späten 18. / frühen 19. Jh. häufig an die damals neu gegründeten Modellsammlungen und Architekturschulen überwiesen wurden, spielten sie eine große Rolle in der Vermittlung der antiken Architektur in den Ländern nördlich der Alpen. Trotz ihrer Fragilität haben sie sich häufig besser erhalten als hölzerne Modelle, die von holzzerstörenden Insekten bedroht sind.
Bedeutende Hersteller von Korkmodellen waren Augusto Rosa (1738-1784), Antonio Chichi (1743-1816) und Carl Joseph May (1747-1822). Nachdem die Technik verloren gegangen war, wurde sie im späten 20. Jh. von Dieter Cöllen wiederbelebt.
Wichtige Sammlungen von Korkmodellen befinden sich u.a. in Aschaffenburg (Schloss Johannisburg), St. Petersburg (Akademiemuseum), London (Soane Museum), Kassel (Schloss Wilhelmshöhe) und Darmstadt (Hessisches Landesmuseum).