Kuşaklı
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Kuşaklı (türkisch für „das Umgürtete“, früher griechisch Sarissa, auch Kuşaklı-Sarissa) ist eine hethitische Stadt in der Südosttürkei. Der in der Steppenlandschaft Ost-Kappadokiens gelegene Siedlungshügel wird seit 1993 ausgegraben.
Sarissa wurde wahrscheinlich im 16. Jahrhundert v. Chr. gegründet und 100 Jahre später planmäßig zu einer Stadt mit Stadtmauer ausgebaut. Die Blütezeit der Stadt lag im 14. und 13. Jahrhundert v. Chr., als das Reich der Hatti seinen Höhepunkt hatte. Um 1200 v. Chr. wurde Sarissa zerstört und verlassen.) Eisenzeitliche Siedlungsspuren finden sich erst wieder im 7. Jahrhundert v. Chr.
[Bearbeiten] Ausgrabungen und Funde
Die archäologischen Untersuchungen werden vom DAI koordiniert und unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Müller Karpe (Marburg) durchgeführt. Der Siedlungshügel wurde stratigraphisch untersucht und in mehrere Schichten eingeteilt. Die Stadtanlage besaß eine Befestigung und mehrere Tore. Zahlreiche hethitische Keramikfunde wurden sichergestellt.
Eine Besonderheit stellen die im Jahre 2004 gemachten Funde mykenischer Keramik dar, die sich neben einheimischer Ware bei der Freilegung des nordwestlichen Stadttores fanden. Die Importware fand sich in der Schicht SH III A2 und datiert in die zweite Hälfte des 14. Jahrhundert v. Chr. Im Brandschutt des nördlichen Turmes fanden sich Scherben, die die Rekonstruktion eines Gefässes ermöglichte. Chartakteristisch sind kleine Querhenkel auf der Schulter und horizontale Streifenmuster.
Der Fundplatz liegt ca. 800 km von der Ägäisküste entfernt und stellt damit den östlichsten Fund mykenischer Ware dar. Damit bekommt die Diskussion um die mykenischen Kontakte des Hethiterreiches ein weiteres Indiz.
[Bearbeiten] Literatur
- Andreas Müller-Karpe (Hrsg.): Kusakli-Sarissa. VML Verlag Marie Leidorf, Rahden Westf. 1997. ISBN 3-89646-601-1
- Michael Zick: Sarissa – die Heimat des Wettergottes. in: Bild der Wissenschaft. 2000,6, S.34–38. ISSN 0006-2375
- Antike Welt. Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte. Philipp von Zabern, Mainz 1969,4, 2004,5, 5. ISSN 0003-570-X
[Bearbeiten] Weblinks
- Internet-Information (Bild des Siedlungshügels) der Universität Marburg
- Informationen der Universität Würzburg
- Newsmeldung (türkisch)
Koordinaten: 39° 17' 30" N, 34° 36' 33" O