Nationalpark Hochharz
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Der Nationalpark Hochharz war ein von 1990 bis 2005 bestehender Nationalpark in Deutschland und befand sich in Sachsen-Anhalt. Der Park umfasste große Teile des östlichen Harzes, etwa zwischen Eckertalsperre und dem Nationalparkort Ilsenburg im Norden und Schierke im Süden. Leiter des Nationalparkes Hochharz war Peter Gaffert. Am 1. Januar 2006 erfolgte die Fusion mit dem Nationalpark Harz.
[Bearbeiten] Gründung des Nationalparks
Der 59 km² große Nationalpark auf dem Gebiet von Sachsen-Anhalt wurde 1990, 2 Tage vor der Wiedervereinigung errichtet. Er umfasst auch die Kuppe des Brockens. Die Region ist geprägt von einer fast unberührten Pflanzen- und Tierwelt, was sich vor allem auf die Lage direkt an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze zurückführen lässt: In der DDR-Zeit war der Brocken ab 1961 Sperrgebiet, eine touristische Nutzung fand nicht statt.
[Bearbeiten] Klimatische Verhältnisse
Auf dem Brocken herrschen besondere klimatische Verhältnisse, die denen Islands gleichen. Im rauen Klima des Harzes liegt die natürliche Baumgrenze bei 1.100 m ü. NN, die Spitze des Brockens mit ihren 1142 m über NN ist daher baumlos. Zwischen den flechtenüberzogenen Gesteinshalden des Harzes wächst daher eine tundrenartige Heidevegetation, die mit dem immerwährenden Nebel, den niedrigen Temperaturen und 300 Regen- und Schneetagen zurechtkommt. Aufgrund der vielen Niederschläge in den Berglagen zählt der Harz zu den wasserreichsten Regionen Deutschlands.
Aufgrund der häufigen Nebeltage lässt sich auf dem Brocken neben Halos besonders häufig das „Brockengespenst“ beobachten. Letzteres ist ein optischer Effekt, bei dem Gegenstände überdimensional auf den Nebel projiziert werden.
[Bearbeiten] Flora und Fauna
Die natürlichen Harzwälder bestehen nahezu ausschließlich aus Fichten und Ebereschen, nur unterhalb von 700 m über NN dominieren Laubbäume den Wald. Die widerstandsfähige Harzfichte ist heute selten geworden, nachdem aufgrund des Erzbergbaus im Harzgebiet der Wald weitgehend abgeholzt wurde, forstete man mit schnellwüchsigen Fichtenrassen aus dem Flachland auf. Anders als die Harzfichte kommen diese jedoch weniger gut mit der Schnee- und Eisbelastung im Harz zurecht und reagieren daher auch anfälliger auf Borkenkäferbefall.
Der Harz ist Heimat der Brockenanemone, die in Deutschland nur auf der Hochfläche des Brockens wächst. Ihre Bestände sind jedoch durch den seit der Wiedervereinigung einsetzenden Tourismus besonders gefährdet. Der Brockengarten, ein botanischer Garten auf dem Brockengipfel, befasst sich schwerpunktmäßig mit Artenschutz und der Renaturierung der Bergkuppe.
Durch strenge Naturschutzmaßnahmen konnten einige Hochmoore gerettet werden und die erneute Einwässerung ehemaliger Moorflächen begonnen werden.
In dem noch jungen Nationalpark siedelt sich mittlerweile auch wieder der Auerhahn an; Wildkatzen sind hier heimisch und es gibt Ansiedlungsprojekte für den europäischen Luchs.