Rettungsboot
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Rettungsboot wird generell ein Boot genannt, das für die Rettung auf See oder auf einem Binnengewässer verwendet werden kann. Der Begriff ist dabei doppelt besetzt: Einerseits bezeichnet man damit Rettungsmittel für Besatzung und Passagiere, die Schiffe oder Off-Shore-Plattformen selbst mitführen, andererseits Einheiten, die eingesetzt werden, um in Not geratenen Personen oder Schiffen Hilfe von außen zu bringen.
Typ 1:
An Bord von Schiffen werden Rettungsboote mitgeführt, in die sich bei einem Schiffsuntergang die Besatzung und die Passagiere zu retten versuchen. Sie hängen an Davids (Kräne für Rettungsboote),mit deren Hilfe man sie bei Seenot zu Wasser lassen kann. Seit der ersten SOLAS-Übereinkunft in Folge des Unterganges der Titanic ist die Zahl und Größe von Rettungsbooten genau geregelt. Aus den ursprünglich geruderten hölzernen Rettungsbooten haben sich vielfältige moderne, oft motorisierte Varianten (mit Strahl- oder Schraubenantrieb) entwickelt, wie beispielsweise Freifallrettungsboote. Bis jetzt wurden sie wegen den Platz verbrauchenden Davids nur auf Frachtern eingesetzt. Grössere Kreuzfahrtschiffe führen auch zusätzlich Katamarane mit, die die Passagiere an Land bringen, falls die Anlegestelle zu klein sein sollte. Rettungsboote können auch aufblasbare Schlauchboote sein (Flugzeuge z. B. führen ggf. solche mit). Da auf Passagierschiffen schnell eine große Zahl von Personen evakuiert werden muss und das Ausbringen großer Rettungsboote bei schlechtem Wetter und eventueller Schräglage des Schiffes schwierig bis unmöglich sein kann, kommen hier heute eher selbstaufblasende Rettungsflöße (auch Rettungsinseln genannt) zum Einsatz.
Typ 2 (auch Rettungsschiff):
Wasserrettungsorganisationen wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) und die Wasserwacht und mancherorts auch die Feuerwehr setzen Motorrettungsboote zum Wachdienst und zur Hilfe bei Notfällen (Schiffsunfälle, Badeunfälle, Personensuche, Hochwasser etc.) ein.
Die Seenotrettungsboote und Seenotkreuzer führen teilweise eine umfangreiche technische und medizinische Ausrüstung mit. Nach DIN EN 14961 wird zwischen reinen Rettungsbooten (RTB1 und 2)) und sogenannten Mehrzweckbooten (MZB) unterschieden. Bei Feuerwehren werden die Mehrzweckboote zum Beispiel als Ölwehr-, Rettungs-, Transport- und Taucherboote eingesetzt. Die Besatzung ist entsprechend ausgebildet.
Darüber hinaus werden bei verschiedenen Hilfsorganisationen (z.B. Feuerwehr) Boote zur Menschenrettung und zum Materialtransport eingesetzt. Dies sind meistens Schlauchboote (teilweise mit Außenbordmotor) oder Hartschalenboote (Aluminium, GFK). Sie werden meist auf Trailern von den Einsatzfahrzeugen gezogen und als Kleinboot (KLB) oder Rettungsboot (RTB) bezeichnet.
[Bearbeiten] Sonderformen
Neben den klassischen Rettungsbooten werden auch
- spezielle U-Boote zur Rettung Überlebender aus havarierten militärischen U-Booten eingesetzt, z.B. die russische Pris-Klasse
- und ist eine Sojus (Raumkapsel) als Rettungsboot für die Internationale Raumstation vorgesehen
Im übertragenen Sinne diente auch das Landemodul der Apollo-13-Mondexpedition der Besatzung als Rettungsboot für den Rückflug, nachdem das Lebenserhaltungsystem der Raumkapsel ausgefallen war.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
Wiktionary: Rettungsboot – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |