Russisch-Amerikanische Kompagnie
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Die Russisch-Amerikanische Kompagnie (RAK), auch Russisch-Amerikanische Handelskompanie oder Russisch-Amerikanische Gesellschaft genannt, war eine halbstaatliche Handelsgesellschaft des Russischen Reiches im 19. Jahrhundert.
Als eigentliche Gründer der Russisch-Amerikanischen Kompagnie werden der Seefahrer und Händler Grigori Iwanowitsch Schelichow sowie der Staatsmann Nikolai Petrowitsch Resanow angesehen. Offiziell wurde die Russisch-Amerikanische Kompagnie jedoch 1799 vom russischen Zar Paul I. durch Zusammenlegung der von Schelichow betriebenen Pelzjagdgesellschaften mit zwei weiteren Unternehmungen begründet.
Die Russisch-Amerikanische Kompagnie erhielt zunächst für zwanzig Jahre das Handelsmonopol in Russisch-Amerika, das damals die Aleuten, Alaska und Territorien auf dem nordamerikanischen Festland bis hinunter zum 55. Breitengrad umfasste, dem ungefähren Landungspunkt von Tschirikow 1741 während der 2. Bering Expedition. Dieses Handelsmonopol konnte alle 20 Jahre erneuert werden. Dadurch wurde nach dem Vorbild der Monopolgesellschaft anderer Kolonialstaaten der Wettbewerb ausgeschaltet und die russischen Ziele in Russisch-Amerika konnten störungsfreier vorangebracht werden. Die Aktieninhaber der Gesellschaft, zu der auch Mitglieder der Moskauer Zarenfamilie gehörten, konnten schon nach kurzer Zeit beträchtliche Gewinne verbuchen. Die erste Verlängerung des Handelsmonopos, beginnend ab 1821, erweiterte das Gebiet bis hinunter zum 51. Breitengrad. Unter diesem Handelsmonopol ging ein Drittel der Gewinne an das Russische Reich.
Ab den 1820er Jahren schwanden zusehends die Profite aus dem Pelzhandel. Als 1867 durch den Alaska Purchase Alaska an die USA verkauft wurde, kam das Ende für die Russisch-Amerikanische Kompagnie; ihre Aktiva wurden an die in San Francisco ansässige Firma Hutchinson, Kohl & Company verkauft, die diese in „Alaska Commercial Company“ umfirmierte.
[Bearbeiten] Gouverneure
Hier eine Liste der Gouverneure der Russisch-Amerikanischen Kompagnie:
# | Gouverneur | Von | Bis |
---|---|---|---|
1 | Alexander Andrejewitsch Baranow (1747–1819) | 1799 | 11. Januar 1818 |
2 | Leonti Andrianowitsch Gagemeister (1780–1833) | 11. Januar 1818 | 24. Oktober 1818 |
3 | Semyon Iwanowitsch Yanovsky | 24. Oktober 1818 | 15. September 1820 |
4 | Matvey Iwanowitsch Muravyev (1784–1826) | 15. September 1820 | 14. Oktober 1825 |
5 | Pyotr Igorovich Chistyakov (1790–1862) | 14. Oktober 1825 | 1. Juni 1830 |
6 | Baron Ferdinand Baron von Wrangel (1797–1870) | 1. Juni 1830 | 29. Oktober 1835 |
7 | Ivan Antonovich Kupreianov (1800–1857) | 29. Oktober 1835 | 25. Mai 1840 |
8 | Adolf Karlovich Etolin (1798–1876) | 25. Mai 1840 | 9. Juli 1845 |
9 | Mikhail Dmitriyevich Tebenkov (1802–1872) | 9. Juli 1845 | 14. Oktober 1850 |
10 | Nikolay Yakovlevich Rozenberg († 1857) | 14. Oktober 1850 | 31. März 1853 |
11 | Aleksandr Ilich Rudakov | 31. März 1853 | 22. April 1854 |
12 | Stepan Vasiliyevich Voyevodsky († 1884) | 22. April 1854 | 22. Juni 1859 |
13 | Iwan Furuhelm (1821–1909) | 22. Juni 1859 | 2. Dezember 1863 |
14 | Prinz Dmitri Petrowitsch Maksutov (1832–1889) | 2. Dezember 1863 | 18. Oktober 1867 |
[Bearbeiten] Literatur
Peter Littke: Vom Zarenadler zum Sternenbanner. Die Geschichte Russisch-Alaskas. Magnus-Verlag, Essen, 2003, ISBN 3884000195.