Stephan I. (Armenien)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Stephan I. war in den Jahren 1140-1144 nomineller Herrscher des Fürstentums Kleinarmenien.
Stephan entstammte dem armenischen Fürstenhaus der Rubeniden. Sowohl Fürst Leon I. als auch dessen Sohn und präsumptiver Nachfolger Thoros II. waren 1138 in Konstantinopel in Gefangenschaft geraten. Als Leon 1140 in der Haft starb, war damit zwar Thoros de jure der neue Fürst von Kleinarmenien, angesichts seiner Gefangenschaft übernahm aber faktisch Stephan, der ein Halbbruder Thoros' war, die Herrschaft in diesem Land. Thoros gelang aber schließlich die Flucht aus der Haft, sodass Stephan 1145 die Herrschaft in die rechtmäßigen Hände zurückgeben musste.
In der Folge unternahm Stephan mehrmals Kriegszüge, vor allem gegen die Seldschuken, nicht immer zur Freude des Fürsten Thoros, der mit dem seit 1156 amtierenden seldschukischen Sultan Kılıç Arslan II. Frieden geschlossen hatte. Auch die Byzantiner, die versuchten, eine Lehnsoberhoheit über Kleinarmenien zu erzwingen, machte sich Stephan zu Feinden. Der byzantinische Gouverneur von Tarsos, Andronikos Euphorbenos lud ihn schliesslich zu einem Festessen ein, um ihn dort wegen früherer Angriffe auf byzantinisches Gebiet töten zu lassen. Die Ermordung Stephans nahm Thoros zum Anlass für einen gegen die Byzantiner gerichteten Rachefeldzug.
Vorgänger Leon I. |
Fürst von Armenien 1140-1144 |
Nachfolger |
Personendaten | |
---|---|
NAME | Stephan I. |
KURZBESCHREIBUNG | nomineller Herrscher von Kleinarmenien |