Testflakon
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Ein Testflakon ist eine Probepackung für Parfüm. Die Testflakons mit 100-Milliliter oder 125-Milliliter Inhalt sind nicht für den Verkauf gedacht, sondern ein freiwilliges Marketingangebot der Hersteller für den Handel. Auf 100 verkaufte Exemplare kommen in Deutschland etwa 5 Tester, in den USA sind es bis zu zehn.
Große Aufkleber ("Tester - not for sale") sollen verhindern, dass die Tester in den Verkauf geraten. Auch äußerlich heben sich die Testflaschen deutlich von der Handelsware ab: Es fehlt im allgemeinen die Verschlusskappe und die Verpackung ist schmucklos weiß.
[Bearbeiten] Illegaler Handel
Die Parfümindustrie geht mittlerweile scharf gegen Hehlerei vor, die sich aus dem Handel mit Testerflaschen ergibt. Der illegale Handel mit Testflakons ist ein stark zunehmendes Problem, das jedoch relativ neu ist. So werden bei Online-Auktionen und auf Parfümbörsen solche Testflakons angeboten, obwohl der Verkauf verboten ist. Besonders über Internetauktionsplattformen werden Tester zu deutlich billigeren Preisen angeboten als die Originale. Der Parfümhersteller Lancaster beispielsweise verlangt für eine größere Flasche Markenparfüm, wie Davidoff, Joop! oder Jil Sander etwa 90 bis 100 Euro. After Shave wird im Original für ca. 70-80 Euro angeboten. Testflaschen mit gleicher Inhaltsmenge werden jedoch im Durchschnitt für 30-40 illegal verkauft. Den Erlös teilen sich meist Verkäufer und Beschaffer.
Von seiten der Kosmetikkonzerne gibt es Bestrebungen, nun an die Hintermänner solcher Geschäfte heranzukommen. Dies soll beispielsweise durch Testkäufe geschehen. Es wurde auch bereits enthüllt, dass sich einige Parfümerie-Besitzer durch den Handel mit Testflakons ein illegales Nebengeschäft geschaffen haben. Jedoch lassen sich Gratis-Proben oftmals zurückverfolgen, da die Hersteller diese einzeln mit Codierungsnummern versehen. Es wird auch vermutet, dass eine organisierte Kriminalität hinter dem Handel mit Testflakons steckt, denn selbst Täter, die Vertragsstrafen in Höhe von mehreren tausend Euro bezahlen mussten, ließen sich durch diese Maßnahme nicht abschrecken. Ermittler und Betroffene vermuten somit, dass Finanziers im Hintergrund stehen und es sich dabei um Geldwäsche handelt.