Thomson-Brücke
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Die Thomson-Brücke ist eine Brückenschaltung, welche von William Thomson, auch bekannt als Lord Kelvin, entwickelt wurde. Im Aufbau ist sie eng verwandt mit der Wheatstone-Brücke; es können jedoch auch kleine Widerstände gemessen werden, bei denen die Widerstände der Zuleitungen nicht mehr vernachlässigt werden können (Bereich von 10− 6 bis 10 Ω). Dies wird erreicht, indem parallel zum unbekannten Zuleitungswiderstand ein weiterer Spannungsteiler gelegt wird, der den Einfluss der Zuleitung eliminiert.
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[Bearbeiten] Messdurchführung
(Siehe Skizze rechts)
Betrachtet wird der Zustand, wenn die Brücke abgeglichen ist, d.h. wenn die Spannungen Ux und Uv gleich sind und kein Strom durch das Instrument G fließt. Die Spannungsteiler R1 | R2 und R3 | R4 sind in der Regel als Potentiometer ausgeführt und zeigen nur das Teilungsverhältnis an; die genauen Absolutwerte der Widerstände sind ohne Bedeutung. Wie sich aus der folgenden Berechnung ergibt, wird der unbekannte Widerstand Rz vollständig kompensiert, wenn beide Spannungsteiler als gleichlaufendes Doppelpotentiometer ausgeführt sind. Die weiteren Zuleitungswiderstände Rz' und Rz'' haben ohnehin ersichtlich keinen Einfluss und wurden daher in der Schaltung gestrichelt dargestellt.
[Bearbeiten] Berechnung
Die beiden Spannungsteilerverhältnisse werden mit α und β bezeichnet:
Dann gilt für die Spannungen Ux und Uv:
Wegen Ux = Uv ist daher
Aufgelöst nach Rx ergibt
Ist α = β (Doppelpotentiometer), dann entfällt der Term mit dem unbekannten Rz, und für Rx ergibt sich wie bei der Wheatstone-Brücke:
[Bearbeiten] Bemerkung
Etliche Darstellungen der Thomson-Brücke zeigen die Leitungswiderstände nicht, insbesondere Rz wird als einfache Verbindung dargestellt; danach sind dann R3 und R4 parallel geschaltet und werden im abgeglichenen Zustand von keinem Strom durchflossen, so dass sie beliebig wären.