Altenau (Fluss)
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Altenau | |
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Altenau-Furt bei Küblingen |
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Daten | |
Lage | Im Landkreis Wolfenbüttel |
Länge | 25 km |
Quelle | Bei Eitzum im Elm |
Quellhöhe | ca. 206 m ü. NN |
Mündung | Bei Wolfenbüttel in die Oker |
Mündungshöhe | 77 m ü. NN |
Höhenunterschied | ca. 129 m |
Einzugsgebiet | 140 km² |
Kleinstädte | Schöppenstedt |
Rechte Nebenflüsse | Sauerbach, Hachumerbach, Glue Riede |
Linke Nebenflüsse | Rothebach |
Die Altenau ist ein kleiner Fluss, der im Elm bei Eitzum entspringt und bei Halchter, einem Stadtteil von Wolfenbüttel, von rechts in die Oker mündet.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Altenautal
Zwischen der Asse und dem Heeseberge im Süden und dem Elm im Norden erstreckt sich eine nahezu waldlose Ackerflur, die etwa 25 km lange “Schöppenstedter Mulde”. Die in der Mulde verlaufende Altenau bildet die Wasserscheide zwischen Weser und Elbe. Sie fließt in einem etwa 500 m breiten Wiesental in Ost-West-Richtung. Im südlicher gelegenen mittleren Muldenteil vereinigt die Altenau eine Reihe von kleineren Elmbächen und durchzieht als regulierter, verhältnismäßig geradliniger Bach die Mulde.
[Bearbeiten] Schifffahrt
Die Regulierung des Bachlaufs entstand, nicht wie üblich nach der Flurbereinigung im 19. Jahrhundert, sondern bereits im 16. Jahrhundert. Herzog Julius holte den niederländischen Wasserbaumeister de Raet und verpflichtete ihn, die Oker auszubauen, die Altenau und die Wabe zu regulieren, um sie mit Flößen befahren zu können. Eine Überlieferung von 1577 besagt, dass die Durchführung sehr schwierig sei - es fehle am Gelde - Facharbeiter müssten aus den Niederlanden herangezogen werden. Nur einiges sei bisher geschaffen, so sei “die Altenau auf einer Länge von 12 km begradigt, deren Flussbett auf 30 m verbreitert, in welchem Flöße mit Holz und Kalk aus dem Elme zur Oker gelangen könnten”. Ein eingebautes Stauwehr bei Dettum sorge für die erforderliche Wassertiefe. Eine Fortsetzung dieser Arbeiten sollte 1590 unter Herzog Heinrich Julius, einem Sohn von Herzogs Julius, erfolgen. 1601 wurde jedoch nur eine “Verbesserung des Schiffahrtskanales” vorgenommen. Aber nicht nur für die Fluss-Schifffahrt war diese Schöppenstedter Mulde interessant.
[Bearbeiten] Schöppenstedter Mulde
Die Oberflächenform der Mulde wird durch die von den Elmbergen herabstreichenden Keuperschichten geprägt. Der gesamte Muldenkern wird von einer 0,50 m bis 2,0 m mächtigen Lössdecke - vorherrschend Lösslehm - überzogen. Es liegen hier reine Schwarzerdeböden vor, beste Ackerböden mit hoher Fruchtbarkeit. Dies erkannten Menschen bereits in vorgeschichtlicher Zeit und ließen sich hier nieder. Ihre Spuren lassen sich an vielen Flurstellen bis in die Steinzeit nachweisen. Archäologische Funde und urkundliche Überlieferungen lassen erkennen, dass in diesem Gebiet früher mehr Ortschaften bestanden haben als gegenwärtig. Es können 18 wüste (verlassene) Orte nachgewiesen werden.
Seit etwa 1400 bestand bereits westlich von Wolfenbüttel eine alte ausgebaute Handelsstraße von Hildesheim, die von da an in zwei Richtungen ostwärts fortgeführt werden sollte. Die südlichere lief über die nördlichen Uferhöhen der Altenau an Wendessen, Ahlum, Dettum, Eilum und Bansleben vorbei. Im Zusammenhang mit dieser Straße entstanden wahrscheinlich auch die mittelalterlichen Burgen Weferlingen und Bansleben. Als man 1842 die Eisenbahn von Wolfenbüttel nach Oschersleben (Bode) (53 km lang) plante, entschloss man sich bei der Streckenführung auch für das Tal der Altenau. Die Gleisstrecke folgte den Muldentiefen zwischen Elm und Asse.
In dem Gebiet mit verbreiteter Ackerbauwirtschaft entwickelten sich schnell Mühlenbetriebe, die als Wassermühlen seit dem 12. Jahrhundert urkundlich genannt werden.