Andreas-Tragaltar
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Der Andreas-Tragaltar oder Egbert-Schrein ist ein kastenförmiges Sammelreliquiar, das im Trierer Dom aufbewahrt wird. Es handelt sich um eines der bedeutendsten Werke der ottonischen Goldschmiedekunst.
Das Reliquiar wurde in den Trierer Egbert-Werkstätten im Auftrag des Erzbischofes Egbert von Trier angefertigt, den eine Inschrift als Stifter des Reliquiars aufweist. Den Namen Andreas-Tragaltar erhielt das Reliquiar nach der wichtigsten in ihm verwahrten Reliquie, einer Sandale des Heiligen Andreas. Außer dieser befinden sich in dem Reliquiar Kettenstücke der Fesseln sowie Barthaare des Heiligen Petrus, ein Nagel vom Kreuz Christi sowie unbestimmte weitere Reliquien.
Das Reliquiar ist kastenförmig, die Kantenlänge beträgt etwa 45 x 22 cm. Auf dem Schiebedeckel befindet sich der fast lebensgroße Fuß des Heiligen Andreas, der aus Goldblech getrieben ist, und der auf die im Kasten befindliche Reliquie verweist. Die Längsseiten des Reliquiars sind in drei Felder unterteilt, die jeweils aufwändig mit Rahmen aus sich abwechselnden Emailtäfelchen, die florale Motive zeigen, und Filigranfeldern mit einem mittigen Edelstein umgeben sind. In den vier äußeren Feldern befinden sich in Elfenbeinplatten gesetzte größere Senkschmelzen mit den Symbolen der vier Evangelisten, die motivisch von der zeitgleichen Trierer Buchmalerei beeinflußt sind, im mittleren Feld jeweils ein goldener, gegossener Löwe. Die Schmalseiten sind in gleicher Weise gerahmt, sie ziert jeweils eine runde Scheibe, die von Perlen eingerahmt ist, auf der Fersenseite handelt es sich bei dieser Scheibe um eine merowingische Spolie in Form einer Almandinscheibe mit einer Goldmünze des byzantinischen Kaisers Justinians im Zentrum.