Cincinnati
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Cincinnati [ˌsɪnsɪˈnætɪ] im Bundesstaat Ohio der USA ist eine der bedeutendsten Handels- und Fabrikstädte Amerikas, genannt die "Königin des Westens". Sie ist Hauptstadt des Hamilton County (Ohio). Bei der Volkszählung 2000 hatte sie 331.285 Einwohner, am 1. Juli 2004 waren es 314.154 Einwohner. Der Großraum Cincinnati reicht bis in die benachbarten Bundesstaaten Kentucky und Indiana und hat annähernd zwei Millionen Einwohner.
Unter anderem sind hier die Firmen General Electric mit ihrem Zentrum für Luftfahrtantriebe, Procter & Gamble, die bereits 1837 in Cincinnati gegründet wurden, und Chiquita sowie zahlreiche große nationale Unternehmen wie Kroger und Fifth Third Bank ansässig.
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Geographie
Cincinnati liegt im Staatendreieck von Ohio, Indiana und Kentucky (Koordinaten: Koordinaten: 39° 8 ' N, 84° 30' W39° 8 ' N, 84° 30' W) am rechten Ufer des 600 m breiten Flusses Ohio auf zwei Terrassen (16 und 33 m über dem höchsten Wasserstand), von denen die obere allmählich zum Auburnhügel und anderen Hügeln ansteigt, die, von Landhäusern und Weingärten bedeckt, die Stadt in großem Halbkreis einfassen und eine Höhe von 142 m erreichen. Das Stadtgebiet umfasst 201,9 km², wovon 4,1 km² auf Wasserflächen entfallen.
Stadtgliederung
Die Cincinnati Middletown Metropolitan Statistical Area (MSA) umfasst Hamilton, Butler, Warren, Clermont und Brown als Counties von Ohio, von Kentucky werden Boone, Bracken, Campbell, Gallatin, Grant, Kenton und Pendleton dazugezählt, Indiana steuert Dearborn, Franklin und Ohio zu der über zwei Millionen Einwohner zählenden Region bei. Cincinnati selbst gliedert sich in knapp sechzig Neighborhoods. Diese entwickelten oft sehr starke eigenständige Charaktere.
District One: * Downtown, * Mt. Adams, * West End, * Over-the-Rhine (stark deutsch geprägt), * Pendleton, * Queensgate, * Mulberry
District Two: * Evanston, * East Walnut Hills, * O’Bryanville, * Oakley, * Hyde Park, * Mt. Lookout, * Kennedy Heights, * Pleasant Ridge, * Madisonville, * East End, * Linwood, * Mt. Washington, * California, * Columbia-Tusculum
District Three: * Sayler Park, * Riverside, * West Price Hill, * Millvale, * English Woods, * East Price Hill, * West Price Hill, * Westwood, * South Cumminsville, * Faye Apartments, * East Westwood, * Sedamsville, * Lower Price Hill, * North Fairmount, * South Fairmount
District Four: * Corryville, * Carthage, * Hartwell, * Walnut Hills, * Paddock Hills, * North Avondale, * Bond Hill, * Roselawn, * Avondale, * Mt. Auburn, * Floating
District Five: * Winton Place, * Northside, * Mt. Airy, * Winton Terrace, * Findlater Gardens, * Silver Oak, * Clifton mit Clifton's Gaslight District, * Camp Washington, * College Hill, * The Heights (Clifton Heights, University Heights, Fairview)
Geschichte
Cincinnati wurde 1788 als eine der ersten dauerhaften Ansiedlungen im damaligen 'Northwest Territory', welches im wesentlichen die heutigen US-Bundesstaaten Ohio, Indiana und Illinois umfasste, an der Stelle des früheren Forts Washington gegründet. Die ersten Siedler waren Auswanderer aus Neuengland und New Jersey. Der Name der Ansiedlung leitet sich von dem römischen Orden der Cincinnati ab; 1814 erhielt der Ort eine städtische Verfassung. Die Kriegsveteranen wählten den Namen in Gedenken an Lucius Quinctius Cincinnatus (519-430 vor Chr.), einen Führer des alten Roms. Während der Sklaverei und des Bürgerkrieges war Cincinnati eine bedeutende Transitstation der Underground-Railroad-Bewegung, welche es sich zum Ziel gesetzt hatte, "flüchtigen" Sklaven den Weg nach Kanada zu ermöglichen.
Seit Eröffnung des Miamikanals (1830) und dem Bau von Eisenbahnen (1840) wuchs die Bevölkerung bis 1850 rasch auf 115.436 Einwohner.
Seit 1850 kamen sehr viele Einwanderer aus Nordwestdeutschland nach Cincinnati, was an den Familiennamen noch zu erkennen ist.
Bildung
- University of Cincinnati
- Xavier University
- Cincinnati State College
Die University of Cincinnati besitzt eine beachtliche Sammlung von Schriften, die für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, besonders auch für die Geschichte der Einwanderung aus Deutschland nach Cincinnati, wichtig sind. (Lit.: Tolzmann)
Sport
Cincinnati ist die Heimat der Cincinnati Bengals (American Football, NFL), der Cincinnati Reds (Baseball, MLB) und der Cincinnati Kings (Fußball, USL Second Division). Außerdem findet in Cincinnati jährlich ein ATP-Tennis-Turnier der Masterserie statt. In den 70er Jahren hatte man mit den Cincinnati Stingers ein Team in der World Hockey Association.
Bauwerke
- Carew Tower (Das höchste Gebäude der Stadt)
- Star Tower (Sendeturm in Stahlfachwerkbauweise)
- John-A.-Roebling-Hängebrücke (Brücke über den Ohio River, „Vorlage“ für die Brooklyn Bridge)
Söhne und Töchter der Stadt
- Charlie Alexander, US-amerikanischer Jazzpianist
- Tim Austin, US-amerikanischer Boxer
- Marty Balin, Rockmusiker, Gründer der Rockband „Jefferson Airplane“
- Theda Bara, US-Amerikanische Stummfilmschauspielerin
- Philipp Bickel, baptistischer Theologe und Publizist
- Ray Birdswhistell, Ethnologe und Linguist
- Fredric Brown, US-amerikanischer Science-Fiction- und Krimi-Autor
- Bootsy Collins, US-amerikanischer Bassist
- Michael Cunningham, Buch- und Drehbuchautor
- Doris Day, US-amerikanische Filmschauspielerin und Sängerin
- Steve Flesch, Profigolfer
- Robert Henri, Maler
- Hudson Leick, Schauspielerin
- Harry Ward Leonard, Elektroingenieur und Erfinder
- James Levine, Konzertdirigent und Pianist
- Robert Lowry, Schriftsteller
- Charles Manson, mehrfacher Mörder
- John William Mauchly, US-amerikanischer Physiker und Computer-Ingenieur
- Geoffrey Miller, US-amerikanischer Psychologe und Evolutionsbiologe
- Kathryn Morris, US-amerikanische Schauspielerin
- John Newland, US-amerikanischer Filmregisseur, Schauspieler, Filmproduzent und Drehbuchautor
- Tyrone Power, US-amerikanischer Film- und Theaterschauspieler
- Antonio Reid, US-amerikanischer Musikproduzent
- Roy Rogers, US-amerikanischer Country-Sänger und Schauspieler
- George Russell, Jazzmusiker
- Mamie Smith, US-amerikanische Vaudeville-Sängerin, Tänzerin, Pianistin und Schauspielerin
- Steven Spielberg, US-amerikanischer Regisseur, Produzent und Drehbuchautor
- William Howard Taft, 27. Präsident der USA
- Bill Talbert, US-amerikanischer Tennisspieler
- Tony Trabert, US-amerikanischer Tennisspieler
- Nate Tubbs, Boxer
- Tony Tubbs, Boxweltmeister im Schwergewicht
- Ted Turner, US-amerikanischer Medienunternehmer
- Tom Wesselmann, US-amerikanischer Maler, Grafiker und Objektkünstler
- Brett Wetterich, Profigolfer
- Ricardo Williams, Boxer
- J. Madison Wright, US-amerikanische Filmschauspielerin
Literatur
- Helmut Schmahl: Bayerische und deutsche Einwanderer in Cincinnati/Ohio im 19. Jahrhundert. In: Konrad Amann (u. a. Hg.): Bayern und Europa. Festschrift für Peter Claus Hartmann zum 65. Geburtstag. Frankfurt am Main (u. a.) 2005, S. 305-320.
Sonstiges
Cincinnati ist auch der Spitzname des Pokerspielers Cincinnati Kid im gleichnamigen Spielfilm.
Unter der Innenstadt liegen seit den 1920er Jahren die Tunnel einer nie fertiggestellten U-Bahn, der Cincinnati Subway.
Partnerstadt in Deutschland ist München.
Weblinks
Commons: Cincinnati – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Cincinnati – Reiseinformationen bei Wikitravel
- Deutsch-Amerikanische Bürger-Liga von Groß-Cincinnati
- Cincinnati USA (Touristik-Auskunft)
- Cincinnati (Auskunft in deutscher Sprache)
- Reiseinfos zu Cincinnati auf Wikitravel