Flötzersteig
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Der Flötzersteig ist eine Hauptstraße im Westen von Wien, die durch die Bezirke 14 (Penzing) und 16 (Ottakring) führt. Die Straße gilt als "zweite Westeinfahrt" (neben dem Straßenzug Wiener Straße) (B 1). Der Name leitet sich von einem historischen Verkehrsweg vom Alsergrund durch Ottakring ab, auf dem die Flötzer (Floßfahrer) nach Abladen der Fracht zu Fuß zurück wanderten.
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[Bearbeiten] Umgebung
Entlang des Flötzersteiges befindet sich das Wilhelminenspital, mit dem Begriff Flötzersteig ist oft auch die an diesem gelegene Müllverbrennungsanlage oder auch das nahe liegende Wohngebiet (Siedlung Flötzersteig) gemeint. Die Straße wurde teilweise schnellstraßenartig mit zwei Fahrstreifen je Richtung und Auffahrtsrampen ausgebaut, die heute größtenteils als Parkplatz genutzt werden.
Der Straßenzug B223 Flötzersteig Straße umfasst neben dem Großteil des Flötzersteiges selbst auch das Straßenpaar Koppstraße und Gablenzgasse, in welchen der Verkehr vom Gürtel aus in getrennten Einbahnstraßen geführt wird. Wie die meisten ehemaligen Bundesstraßen B in Wien wurde dieser 2002 vom Bund an die Stadt Wien übergeben. Die Straßennummer ist nicht ausgeschildert.
[Bearbeiten] Geschichte
Bereits 1908 wurde eine Straßenbrücke über den Ameisbach gebaut, 1965 wurde an der höchsten Stelle der ansteigenden Straße auch eine die Fahrbahn querende Fußgängerbrücke errichtet. Bis in die 1960er-Jahre verkehrte auf dem Flötzersteig eine Straßenbahnlinie (47), die jedoch dem damaligem Zeitgeist entsprechend eingestellt und durch eine Autobuslinie (heute 48A) ersetzt wurde.
[Bearbeiten] Die geplante Flötzersteig-"Autobahn"
Großes Aufsehen erregte der Straßenzug in den 1970er und 1980er-Jahren, als der Ausbau des westlichen Teilstücks bis Hütteldorf (ab Tinterstraße) zum Straßenzug B1 (bzw. in weiterer Folge zur West Autobahn als Hochstraße (auch Stelzenstraße bzw. "Flötzersteig-Autobahn") geplant war. Die B223 endete als Bundesstraße bereits vor Hütteldorf und war nur durch untergeordnete Straßenzüge mit diesem verbunden, und so erhoffte man sich einen besseren Verkehrsfluss. Das Bauprojekt wurde auch vom SPÖ-Politiker Heinz Nittel forciert, welcher damals bei der Stadt Wien die Geschäftsgruppe "Straße, Verkehr und Energie" leitete.
Wegen massiver Proteste aus der Bevölkerung wurde das Projekt aber schließlich nicht mehr weiter verfolgt. Dennoch wurden die Planungen bis heute nicht offiziell verworfen, sie tauchten in den letzten Jahren noch gelegentlich in allgemeinen Plänen auf und sind auch noch im aktuellen Hauptstraßenverzeichnis der Stadt Wien als "Neue Trasse bis B1" enthalten. Da ein Bau jedoch unwahrscheinlich scheint und wohl auch heute auf Widerstand stoßen würde, hat sich die entsprechende Bürgerinitiative um das Jahr 2000 aufgelöst.
[Bearbeiten] Siehe auch
Koordinaten: 48° 12' 28" N, 16° 17' 51" O