Inselbetrieb (Eisenbahn)
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Der Begriff Inselbetrieb wird bei der Eisenbahn für einen vom übrigen Streckennetz unabhängigen oder davon getrennten Betriebsteil verwendet.
Da eine solche Eisenbahn wie eine eigenständige Bahn betrieben werden muss, werden Inselbetriebe heute meist in eine Tochtergesellschaft des Mutterbetriebes überführt. Deshalb wird die Bezeichnung auch im Zusammenhang mit Gesellschaftszweigen verwendet.
Es sind drei Arten des Inselbetriebs zu unterscheiden:
- Ein physisch vom übrigen Netz getrennter Betrieb. Bei einer Inselbahn ist die Trennung vom Netz offensichtlich. Diese Betriebsform gibt es aber auch auf dem Festland. Meist ist sie durch Streckenstilllegungen entstanden. In den alten Bundesländern gibt es Inselbetriebe hauptsächlich bei Museumsbahnen.
- Ein vom übrigen Netz aus technischen Gründen (unterschiedliche Spurweite oder Stromversorgung) getrennter Betrieb. Hier besteht Inselbetrieb trotz physischen Anschlusses an das umgebende Netz. In den neuen Bundesländern Deutschlands gibt es eine ganze Reihe von Inselbetrieben auf Schmalspurbasis, z.B. die Harzer Schmalspurbahn. Netzüberschreitender Verkehr ist hier nur mit aufwändiger Umspurung der Fahrzeuge oder Rollböcken möglich. Die Rübelandbahn hingegen wird mit einer vom übrigen Netz der Deutschen Bahn abweichenden Spannung und Frequenz betrieben, so dass für einen durchgehenden Betrieb unter Fahrleitung ein Lokwechsel erforderlich ist. Die badische Höllentalbahn war früher wegen abweichender Spannung und Frequenz ebenfalls Inselbetrieb, wurde aber vor geraumer Zeit auf den "üblichen" Strom von 15 kV und 16,7 Hz umgestellt.
- Ein betrieblich vom übrigen Netz isolierter Verkehr. Beispiel: Personenverkehr auf der Strecke Nürnberg Nordost–Gräfenberg. Für Fahrgäste gibt es keine durchgehenden Verbindungen, die Strecke ist aber über Betriebsgleise erreichbar.
Inselbetrieb kommt auch bei allen anderen netzförmigen Infrastrukturen vor, vgl. etwa: Inselanlage.