Kadett (Militär)
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Als Kadett (französisch cadet "der Jüngere") wurde früher ein Zögling militärischer Erziehungsanstalten für künftige Berufsoffiziere genannt. In den USA und Russland sind noch heute Kadettenanstalten verbreitet. Der Anteil der Absolventen, der nach Abschluss der Schulausbildung tatsächlich den Militärberuf ergreift, ist aber gering.
Ursprünglich nannte man in Frankreich die "jüngern Söhne" französischer Adelsfamilien Kadetten. Da in der Regel nur dem ältesten Sohn das Familienerbe zufiel, suchten die nachgeborenen Söhne traditionell ihr Glück in einem geistlichen Amt oder beim Militär.
König Ludwig XIV. fasste die Kadetten in besondere Kompanien zusammen, in denen sie bis zum Erhalt des Offizierspatents als Freiwillige dienten. Den berühmten Gascogner Kadetten setzte Alexandre Dumas in dem Roman „Die drei Musketiere“ ein literarisches Denkmal.
In verallgemeinerter Form fand der Begriff europaweit Verbreitung. "Cadet" bezeichnete im 18. Jahrhundert in vielen Ländern jeden jungen Adligen im Militär.
Bei der Deutschen Marine in der Bundeswehr heißen die Seeoffizieranwärter im Range eines Unteroffiziers Seekadetten. Im deutschen Sprachraum sind bzw. waren die Begriffe Offizieranwärter (Bundesrepublik Deutschland) bzw. Offiziersanwärter (Österreich) und Offiziersschüler (DDR) sowie Aspirant (Schweiz) gebräuchlich.