THW-Schnelleinsatzgruppe (THW-SEG)
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[Bearbeiten] Geschichte
Bereits seit über 30 Jahren sind die THW-Ortsverbände nach Weisung der THW-Leitung gehalten, aus dem zur Verfügung stehenden Einsatzpotential (Einheiten/Teileinheiten) mindestens eine Schnelleinsatzgruppe (THW-SEG) zu bilden und damit sicherzustellen, dass nach einer Alarmierung durch einen Bedarfsträger (üblicherweise Feuerwehr oder Polizei) spätestens nach ca. 15 Minuten eine erste THW-Gruppe für Unterstützung in technischer Hilfe zur Verfügung steht.
1995 hat der Bundesminister des Innern mit Erlass des THW-Neukonzeptes ein neues, zeitgemäßes “modulares System” für die Einheiten und Teileinheiten des THW eingeführt, nicht zuletzt, um das THW als akzeptable Unterstützungs- Organisation für die Gefahrenabwehr den dafür zuständigen Stellen zur Verfügung zu stellen.
Damit konnte und kann ein THW-Ortsverband (OV) einerseits schnell mit ersten Einsatzkräften Hilfe leisten und andererseits darüber hinaus Spezialausstattung und Verstärkungskräfte bei Bedarf überörtlich heranführen.
Die THW-SEG ist und bleibt dabei das Mittel der ersten Wahl bei einer Alarmierung, d.h. ja auch bei “Gefahr im Verzuge”, wenn der Anforderer schnelle Unterstützung benötigt.
[Bearbeiten] Grundsätzliche Merkmale
- Taktische Bezeichnung: THW-SEG, Teileinheit des Technischen Zuges (Gruppe in einer besonderen Funktion [Zusatzfunktion])
- Stärke: 0/1/5=6, d.h. 1 Gruppenführer, 5 Helfer mit Zusatzfunktionen
- Ausstattung: 1 Gerätekraftwagen, üblicherweise GKW I der 1. Bergungsgruppe
- Ausbildung: Gruppenführer und Helfer mit abgeschlossener Basisausbildung I/II und Sonderausbildung in Rettung, Bergung und technischer Hilfe
- Rufbereitschaft, Alarmierung über Funkmeldeempfänger (FME) oder Digitale Meldeempfänger (DME)
- Ausrückezeit ca. 15 Minuten
- Unterstellung bei der zuständigen Einsatzleitung (EL) und Einordnung in deren Einsatzstruktur
- Eingliederung in die taktische THW-Einheit (= Technischer Zug), sofern weitere THW-Kräfte angefordert und eingesetzt werden
[Bearbeiten] Beschreibung von Personal, Ausstattung und Ausbildung
Um einer sehr kurzfristigen Anforderung zu entsprechen, bildet jeder THW-OV aus seinem gesamten Einsatzpotential (in Zusatzfunktion) eine THW-SEG. Diese THW-Teileinheit repräsentiert eine einheitliche, einschätzbare “Grundleistung” in technischer Hilfe, die von jedem THW-Ortsverband (OV) bundesweit flächendeckend geleistet werden kann.
Diese besteht aus einer kleinen aber leistungsfähigen Mannschaft, bestehend aus einem erfahrenen Gruppenführer und grundsätzlich 5 voll ausgebildeten Helfern mit Funktionsausbildung z.B. zum Atemschutzgeräteträger, Sanitätshelfer, Kraftfahrer, Maschinist usw.
Ferner werden die Helfer der THW-SEG durch besondere Ausbildung und Übung am Standort weitergehend qualifiziert.
Vorrangig wird die THW-SEG aus der 1. Bergungsgruppe (B 1) gebildet. Diese ist die universellste Gruppe im TZ. Das Personal und die Ausstattung des Gerätekraftwagen I (GKW I) sind auf die Bewältigung eines möglichst breiten Aufgabenspektrums ausgerichtet.
[Bearbeiten] Alarmierung
Für die THW-SEG-Helfer besteht ständige Rufbereitschaft. Sie sind mit FME/DME ausgestattet. Sie müssen kurzfristig die OV-Unterkunft erreichen können, um ein Ausrücken der THW-SEG innerhalb von ca. 15 Minuten gewährleisten zu können.
Die THW-SEG wird über die zuständige Leitstelle alarmiert, diese erteilt in diesem Zusammenhang den ersten Einsatzauftrag und überstellt die THW-SEG an die zuständige Einsatzleitung.
Das Verfahren und die Kompetenzen werden im Vorfeld, im Rahmen der Einsatzvorbereitung mit dem Bedarfsträger und Betreiber der Leitstelle abgestimmt und festgelegt.
[Bearbeiten] Führungs- und Einsatzgrundsätze für THW-SEG
Im Rahmen der Unterstellung ist der Gruppenführer der THW-SEG:
- der EL gegenüber verantwortliche THW-Führungskraft für die Erfüllung der übertragenen Aufträge,
- der vorläufige THW-Vertreter vor Ort, zur Beratung und Information der Einsatzleitung (EL) über weitere Unterstützungsmöglichkeiten des THW
Werden weitere Einheiten/Teileinheiten des THW angefordert und eingesetzt, übermittelt er seine bis dahin gewonnenen Erkenntnisse an den Einheitsführer und unterstützt die Eingliederung in die Führungs- und Einsatzstruktur des Bedarfsträgers/der Einsatzleitung (EL).
Grundsätzlich gliedert sich die THW-SEG dann in die ursprüngliche Einheit, d.h. den Technischen Zug (TZ) ein.