Winterspelt (Andersch)
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Winterspelt ist ein 1974 erschienener Roman und das Alterswerk des Schriftstellers Alfred Andersch. Die Erzählung handelt von fiktiven Ereignissen kurz vor der Ardennen-Offensive im Winter 1944-1945 in der Umgebung von Winterspelt. Ein deutscher Kommandeur betreibt, angesichts der Sinnlosigkeit weiterer Kämpfe, die Übergabe seines Truppenteils an den amerikanischen Gegner. Ähnlich wie in seinen früheren Romanen greift Andersch auch hier wieder sein persönliches Grundthema auf, die Freiheit, und die Freiheit und Macht des unabhängigen Gedankens. Dieses Thema materialisiert sich in Winterspelt im Konflikt zwischen den Anforderungen einer beruflichen oder sozialen Rolle, insbesondere der Rolle als Soldat in der Wehrmacht, und den dem entgegenstehenden moralisch gebotenen Loyalitätspflichten, beispielsweise die Verantwortung des Kommandeurs für das Leben der ihm anvertrauten Soldaten.
Die Ereignisse werden aus der Sicht verschiedener Beteiligter geschildert. Jeder von ihnen, beispielsweise der Kommandeur, der belgische Doppelagent und Vermittler, und der „kleine“, konform zu seiner Soldatenrolle handelnde Unteroffizier, ziehen auf Grund ihres Charakters, ihrer Interessen und ihrer Biografie völlig unterschiedliche Konsequenzen für ihr Handeln. Das Zusammentreffen solch unterschiedlicher Persönlichkeiten in einer kritischen Situation hat am Ende tödliche Konsequenzen.
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- Interpretation der Erzählung Winterspelt durch Ursula Reinhold