Bernhard Goetz
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Bernhard "Bernie" Hugo Goetz (* 1947 in Queens, New York City) wurde bekannt als der Subway Vigilante, als er, welcher weiß ist, am 22. Dezember 1984 in der New Yorker U-Bahn auf vier Afroamerikaner schoss, von denen er laut eigener Aussage glaubte, sie wollten ihn berauben. In New York wurde er zu einer Symbolfigur für die extrem hohe Kriminalität zu dieser Zeit.
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[Bearbeiten] Der Vorfall
Goetz studierte Elektrotechnik an der New York University. Zum Zeitpunkt des Unfalls betrieb er als Selbstständiger einen Elektronikreparatur-Dienst in seinem Appartement in Greenwich Village. 1981 wurde Goetz überfallen und trug dabei Verletzungen davon. Seitdem trug er eine Pistole bei sich, ohne jedoch die Erlaubnis zum Führen einer Waffe zu haben. Zweimal konnte Goetz sich durch das Ziehen dieser Waffe aus Bedrohungssituationen retten.
Am frühen Nachmittag des 22. Dezembers 1984 fuhren die jungen Afroamerikaner Barry Allen (19 Jahre), Troy Canty (19 Jahre), James Ramseur (18 Jahre) und Darrell Cabey (19 Jahre) mit dem Express Train Nr.2 in Richtung Downtown. An der Station 14. Straße stieg Goetz zu und setzte sich in die Nähe der vier Männer.Laut Goetz Aussage sprachen sie ihn unmittelbar danach an und bedrängten ihn. Canty verlangte von Goetz: „Gib mir fünf Dollar!“. Laut Aussage der Jugendlichen hingegen, sammelten sie Geld um Videospiele zu spielen und fragten ihn lediglich hiernach ohne jedgliche räuberische Absicht. Goetz erhob sich, zog aus seiner Jacke einen Kaliber .38 fünfschüssigen Smith & Wesson-Revolver und gab in rascher Folge alle fünf Schüsse auf die vier Männer ab. Dem auf dem Boden liegenden Cabey rief Goetz zu „Du siehst noch ganz gut aus; hier ist noch einer.“ und versuchte, aus seiner leeren Waffe einen weiteren Schuss auf Cabey abzugeben. Alle vier jungen Männer wurden verletzt, überlebten jedoch. Cabey blieb als Folge seiner Schussverletzungen gelähmt und trug einen Gehirnschaden davon.
Goetz flüchtete aus der U-Bahn, mietete sich ein Auto und stellte sich am 31. Dezember 1984 in New Hampshire der Polizei.
Es besteht der Verdacht, dass Goetz aus blinder Rachsucht gehandelt habe, da er bereits zuvor zweimal überfallen wurde.
[Bearbeiten] Reaktion der Öffentlichkeit
Der U-Bahn-Vorfall beherrschte vor dem Hintergrund der hohen Kriminalität in New York zu dieser Zeit monatelang die Presse und spaltete die Öffentlichkeit in ihrer Meinung zu Goetzs Verhalten. Während die einen ihm das Recht auf Notwehr zusprachen, sprachen die anderen von einer Überreaktion auf das Verhalten der unbewaffneten Afroamerikaner in nicht hinnehmbarer Selbstjustiz. Bürgerrechtsorganisationen wie die Guardian Angels und der Congress of Racial Equality sammelten Geld für die Verteidigung von Goetz.
Goetz stand im Fokus der Diskussion über die hohe Kriminalität in der Stadt. Im Jahr 1984 wurden allein in der New Yorker U-Bahn 38 Verbrechen täglich verübt. Unter anderem durch die Nulltoleranzstrategie der New Yorker Polizei sank die Kriminalitätsrate in New York nach ihrem Höhepunkt im Jahr 1990 erst in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts auf den Wert der 1960er-Jahre.
[Bearbeiten] Die Prozesse
Im Strafverfahren gab Goetz zu, die Schüsse abgegeben zu haben, berief sich aber auf sein Recht auf Notwehr. Goetz wurde zu einer einjährigen Haftstrafe wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilt, von der er acht Monate absaß. Darrell Cabey verklagte Goetz im Jahr 1985 in einem Zivilprozess, den Cabey im Jahr 1996 gewann. Ihm wurden 48 Millionen US-Dollar Schmerzensgeld zugesprochen. Goetz meldete darauf hin Insolvenz an.
[Bearbeiten] Nach den Prozessen
Goetz kandidierte erfolglos als Bürgermeister von New York im Jahr 2001 und als Ombudsmann (Public Advocate) im Jahr 2005. Er ist ein Befürworter eines vegetarischen Lebensstils und setzt sich für die zusätzliche Einführung von vegetarischen Mahlzeiten an New York Citys öffentlichen Schulen ein. Über seine Firma Vigilante Electronics verkauft er elektronische Testgeräte.
[Bearbeiten] Literatur
- George P. Flechter: Notwehr als Verbrechen. Der U-Bahn-Fall Goetz Suhrkamp 1993 ISBN 3518116487
[Bearbeiten] Weblinks
- Buchbesprechung von George P. Flechters CRIME OF SELF-DEFENSE: BERNHARD GOETZ AND THE LAW ON TRIAL (englisch)
- Text der Zivilklage gegen Goetz (englisch)
- Der Subway Vigilante bei eightiesclub.com (englisch)
- Webseite von Bernhard Goetz (englisch)
Personendaten | |
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NAME | Goetz, Bernhard Hugo |
KURZBESCHREIBUNG | schoss auf vier Afroamerikaner in der New Yorker U-Bahn |
GEBURTSDATUM | 1947 |
GEBURTSORT | Queens, New York City |