Bildnisse Albrecht Dürers d. Ä.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
[Bearbeiten] Das erste Portrait
Das Bildnis des Albrecht Dürer d. Ä.mit Rosenkranz ist um 1490 von Albrecht Dürer im Alter von nur 19 Jahren gemalt worden und stellt seinen damals 63-jährigen Vater Albrecht Dürer d. Ä. dar. Es befindet sich heute in den Uffizien in Florenz.
Das Porträt ist 47 cm hoch und 39 cm breit, auf Holz gemalt. Es wurde nachträglich (von Dürer?) mit dem Monogramm signiert und 1490 datiert. Auf der Rückseite ist das Wappen der Dürer-Holper zu sehen. Das Bild muss vor dem Beginn von Dürers Wanderschaft, die er am 11. April 1490 angetreten hat, entstanden sein. Das Bild ist nicht gut erhalten und weist besonders am Hintergrund Beschädigungen auf.
Das Bild ist ein Brustporträt, das Dürers Vater vor einem dunkelgrünen Hintergrund in leichter Diagonalstellung zeigt. Er ist bekleidet mit einer weiten braunen, mit Pelz gefütterten Jacke, unter der das schwarze Untergewand zu sehen ist. Auf dem Kopf trägt er eine dunkle pelzgefütterte Mütze, aus der das gepflegte, wellige Haar, das kaum ergraut ist, hervorschaut. Er spielt mit einer Art Kette oder Rosenkranz aus korallenfarbenen Kugeln, während sein Blick ist nachdenklich - fast skeptisch - in die Ferne gerichtet ist.
[Bearbeiten] Das zweite Portrait
Dieses Bildnis von Albrecht Dürer d. Ä. ist um 1497 von Dürer im Alter von 26 Jahren gemalt worden und stellt seinen damals 70-jährigen Vater dar.
Das Portrait ist 51 cm hoch, 41 cm breit, auf Lindenholz gemalt und auf dem oberen Rand signiert und datiert: 1497 ALBRECHT THURER DER ELTER VND 70 JOR. Von dem Bild existieren mehrere Fassungen, von denen das der National Gallery in London inzwischen als Original angesehen wird, wenn es auch aufgrund eines schlechten Erhaltungszustandes der Beschriftung und des Hintergrundes lange als Kopie bzw. Fälschung angenommen wurde. Weitere Fassungen gib es im Städel in Frankfurt, in einer englischen Sammlung und in der Alten Pinakothek in München, die als Kopie gilt. Das Bild wurde in einer Radierung von Wenzel Hollar verbreitet.
Es stellt den sichtlich gealterten Vater dar, der mit der gleichen Felljacke bekleidet ist wie auf dem ersten Bild. Er ist vor einem orangefarbenem Hintergrund - die bei näherem Hinsehen wie eine Grundierung wirkt - in repräsentativer Haltung abgebildet. Seine Haltung ist gebeugt, die Spannkraft des 63jährigen hat er verloren, Gesicht und Hals sind ausgemergelt, voller Falten, und die ehemals vollen Lippen sind zu schmalen Strichen geworden Im Gegensatz zu dem älteren Porträt schaut er mit seinem skeptischen Blick den Betrachter an. Aus seiner dunkelbraunen Kappe, deren Rand mit den Ohrenklappen aufgeschlagen ist, schauen die ergrauten, spärlicher gewordenen Haare hervor. Seine Hände hat er bis auf drei Fingerspitzen der linken Hand in den weiten Ärmeln der Pelzjacke geborgen.
In der Komposition und der Farbpalette gleichen sich - abgesehen von dem farblich unterschiedlichen Hintergrund - die beiden Bilder, während in Bezug auf Proportionen und malerischen Perfektion - das spätere Bild weist im Gegensatz zum ersten keinerlei Pentimenti auf - das jüngere Bild dem ersten überlegen ist. Beide Bilder zeichnet die eindringliche Erfassung der Persönlichkeit des Dargestellten aus.