Diskussion:Burg Meersburg
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[Bearbeiten] Megalithmauerwerk aus der Zeit um 1200
Hallo Turukano, vielen Dank für die angestoßene Diskussion! Also zunächst mal die m. E. derzeit grundlegende Publikation zum Thema Megalithbauten bei Burgen: Reicke, Daniel: «von starken und grossen flüejen», Eine Untersuchung zu Megalith- und Buckelquader-Mauerwerk an Burgtürmen im Gebiet zwischen Alpen und Rhein (Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Bd. 22), 1995. Darin wird übrigens der Dagobertsturm sogar (nur am Rande) erwähnt. Das Buch enthält einen ganzen Katalog von Bauten, die auch teilweise dendrochronologisch datiert sind. Nur ein Beispiel: Schloss Hegi!
Zur Korrelation von historischen Daten und Baubefund kann ich nur davor warnen, den ältesten sichtbaren Teil mit der ersten urkundlichen Erwähnung gleichzusetzen bzw. damit zu datieren. Eine Burg, die Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt ist - also auch sehr viel älter sein kann -, kann sehr wohl schon wenig später völlig umgebaut worden sein. So würde ich das auch bei der Burg Meersburg sehen, die historischen Daten von Meersburg lassen ja eine Bautätigkeit im 2. Viertel des 13. Jh. möglich erscheinen. Ich bestreite ja gar nicht, dass Meersburg per se eine frühmittelalterliche Gründung ist. Nur mal so als Denkanstoß: eine im 7. Jh. entstandene Meers-"Burg" könnte auch wesentlich größer als die hochmittelalterliche Adelsburg gewesen sein, etwa so wie heutige obere Altstadt...
Zur Frage, "warum man um 1200 urtümlich anmutende Megalith-Mauerwerke" bauen sollte, verweise ich auf die oben angeführte Literatur. Es handelt sich bei den Megalithbauten auf Burgen offenbar um eine regionale Spielart des Buckelquaders, der durch seine "rohe Wucht" die großen geschlossenen Mauerflächen der Burgen strukturiert und zugleich "Eindruck macht". Der Fehler ist, immer von einer geradlinigen Entwicklung vom groben zum feinen auszugehen. Um 1100 hat man noch "salisches Kleinmauerwerk" (auch so ein gefährlicher Begriff, aber ich verwende ihn hier mal) verbaut, um 1200-1250 "boomt" der große und eher roh wirkende (!) Buckelquader. Ich denke, ein eigener Artikel zum Megalithmauerwerk (bei Burgen) müsste dringend geschrieben werden, ich bastel aber erst an einem Entwurf. lurch würgen Viele Grüße! Aktenschubser Aktenschubser (24. 10. 2006)
Ich würde diese Behauptung gerne zur Diskussion aussetzen. Bis zu einem befriedigenden Ergebnis würde ich Sie, Aktenschubser, bitten, den Kommentar wieder zu entfernen da er syntaktisch nicht in den Artikel passt. Sollte sich Ihre Behauptung als wahr erweisen, so muss ein Großteil des Artikels verändert werden!
Zum Thema: Sie basieren Ihr Argument auf baugeschichtliche Sichtweisen, ignorieren dabei aber Quellenunterstützung und Geschichtskontext! Um eben diese ausschalten zu können, müsste Ihr Argument stark genug sein, was es bisher nicht ist. Von welchen "Vergleichsbeispielen" reden Sie?
Zu den Quellen: Wenn 1137 von einer "Merdesburch" die Rede ist, kann diese nicht 60 Jahre später erbaut worden sein. Unwahrscheinlich ist ausserdem, dass innerhalb von 100 Jahren eine Burg gebaut wird, sich dann eine Stadt darum herum entwickelt und dieser Stadt dann auch noch das Stadtrecht zugesprochen wird. Das alles in 100 Jahren: eher nicht.
Ausserdem: Warum sollte man um 1200 "urtümlich anmutende Megalith-Mauerwerke" bauen?
--Turukano 23:29, 23. Aug 2006 (CEST)