Burg Meersburg
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Die Burg Meersburg in Meersburg am Bodensee, auch Alte Burg gilt durch ihre Erbauung im 7. Jahrhundert als älteste bewohnte Burg Deutschlands, doch ist aus dieser Zeit keine Bausubstanz mehr erkennbar. Die Burg wird auch als Altes Schloss im Gegensatz zu dem gegenüber liegenden, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichteten Neuen Schloss bezeichnet.
[Bearbeiten] Geschichte
Seit 1548 wird die Entstehung der Meersburg durch den Merowingerkönig Dagobert I. als Erbauer des "Dagobertturms", dem Bergfried der Meersburg, im Jahre 630 vermutet. Neben der Christianisierungstätigkeit Dagoberts im Bodenseeraum wird das urtümlich anmutenden Megalithquader-Mauerwerk als Beweis herangezogen. Vermutlich aber stammt der Turm aus dem 12. oder möglicherweise sogar aus dem frühen 13. Jahrhundert, wofür zahlreiche bauliche Vergleichsbeispielen der Region herhalten. Die Vermutung nach einer früheren, dann aber zerstörten Anlage existiert schon seit Joseph von Laßberg. Die erste urkundliche Erwähnung der "Merdesburch" im Jahr 1147 spricht für ein Erbauungsdatum einer Burg (und nicht nur eines Turms) einige Jahre vor dem mittigen 12. Jahrhundert, ansonsten lassen sich aber für Laßbergs Theorie keine weitere Beweise heranziehen. Die Vermutung, Karl Martell könnte kurzfristig im Dagobertsturm gelebt haben, ist somit vage. In den nächsten Jahren sind unter anderen Friedrich II. und Konradin, der letzte Staufer, in Meersburg nachgewiesen.
Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts war die Burg in Besitz der Fürstbischöfe von Konstanz. Im Jahr 1233 erhielt Meersburg das Stadtrecht des Wochenmarktes. Die Stadt florierte daraufhin, und die Unterstadt musste um 1300 durch Aufschüttung erweitert werden.
Die Meersburg war mehrere Male Schauplatz von Belagerungen. So etwa in der „Bischofsfehde“ von 1334, in der nach einer Doppelwahl zwei Bischöfe um das Amt kämpften. Während Nikolaus von Frauenfeld, auch Nikolaus von Kenzingen genannt, von der päpstlich gesinnten Mehrheit des Domkapitel gewählt wurde und Unterstützung bei Papst Johannes XXII. fand, wurde sein Konkurrent Albrecht von Hohenberg von Kaiser Ludwig dem Bayern unterstützt. Nikolaus von Frauenfeld verschanzte sich vierzehn Wochen lang in der Burg, belagert von kaiserlichen Truppen, die schließlich ergebnislos abziehen mussten. Während dieser Belagerung wurden, jedenfalls in Quellen wiedergegeben, zum ersten Mal auf deutschem Boden Feuergeschütze eingesetzt. Der papsttreue Nikolaus von Frauenfeld wurde schließlich vom Kaiser anerkannt. Kaiser Ludwig der Bayern hatte vor Meersburg eine politische Niederlage hinnehmen müssen, die seine Schwabenpolitik beeinträchtigte und nicht zuletzt die Position der Habsburger stärkte.
1414 weilte Kaiser Sigismund anlässlich des Konstanzer Konzils auf der Burg. 1458 kam es zum Aufruhr zwischen Stadtbewohnern und dem Bischof um eine Erweiterung der Stadtrechte, die jedoch niedergeschlagen wurde.
Den Staffelgiebel verdankt der Turm dem Konstanzer Fürstbischof Hugo von Hohenlandenberg (Amtszeit 1496-1532), der hier nach Konflikten mit der Stadt Konstanz 1526 seinen ständigen Wohnsitz einrichtete. Die Meersburg wurde vorübergehend Hauptsitz der Bischöfe. 1647 schossen die Schweden im Zuge des 30 jährigen Krieges den Dachstuhl in Brand.
Anfang des 18. Jahrhunderts begannen die Bischöfe schließlich mit dem Bau des Neuen Schlosses als moderner Residenz. Nach 1750 diente die Burg nur noch Verwaltungszwecken. In der Säkularisation 1803 fiel die Meersburg an das spätere Großherzogtum Baden, welches ein sogenanntes Seegericht auf der Meersburg einrichtete.
1838 verkaufte der Großherzog die Burg jedoch an private Hände. Der Sammler Joseph von Laßberg und seine Frau Maria Anna von Droste-Hülshoff, auch Jenny genannt, erwarben die Meersburg. 1841 zog Jennys Schwester Annette von Droste-Hülshoff in der Burg ein und verbrachte dort ihre letzten acht Lebensjahre. Der Burg hat sie das Gedicht von 1841/42 "Das Alte Schloss" gewidmet ("Auf der Burg haus´ ich am Berge, Unter mir der blaue See..."). Nach dem Tod der Laßbergs ging die Burg an deren Zwillingstöchter Hildegard und Hildegunde, doch diese konnten die Burg nicht halten und mussten sie 1877 verkaufen. Der Münchner Karl Mayer von Mayerfels erwarb die Burg und richtete ein Mittelaltermuseum ein. Bis heute ist die Burg in Privatbesitz und dient – neben dem für Besucher zugänglichen Museum – den Nachfahren und Erben als Wohnsitz.
[Bearbeiten] Weblinks
Commons: Burg Meersburg – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
Koordinaten: 47° 41' 38" N, 9° 16' 13" O