Canal du Centre (Frankreich)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Der Canal du Centre, auch bekannt unter dem Namen Canal du Charollais, ist ein Kanal in der französischen Region Burgund. Er beginnt an der Loire bei Digoin im Département Saône-et-Loire und mündet bei Chalon-sur-Saône im Département Saône-et-Loire in die Saône.
Der Plan für den Bau entstand bereits am Anfang des 17. Jahrhunderts, zum Baubeginn kam es aber erst 1784. Nach der Inbetriebnahme 1793 konnte auch die Entwicklung der Schwerindustrie vorangetrieben werden. Mit seiner Länge von 112,125 km verfügt er über 61 Schleusen und überwindet in Richtung Loire 121 m bis zur Scheitelhaltung und steigt dann ca. 75 m wieder ab.
Als Teil einer Kanalkette, bestehend aus dem Canal du Loing, Canal de Briare und dem Loire-Seitenkanal, bietet er Binnenschiffen und Sportbooten eine Wasserstraßenverbindung von der Seine und der Loire zur Saône und weiter zur Rhône. Trotz einer Sanierung in den Jahren 1951 bis 1959 hat der Kanal heute keine wirtschaftliche Bedeutung mehr, er wird überwiegend von Wassersportlern mit Freizeitschiffen genutzt.
Die Kanalbrücke bei Digoin wurde von den Ingenieuren Adolphe Jullien und Jean-Joseph Vigoureux in den Jahren 1834 bis 1838 gebaut. Sie ermöglicht es, dass der Canal du Centre die Loire überqueren kann und stellt die Verbindung mit dem Loire-Seitenkanal her. Die Brücke ruht auf 11 Bögen von jeweils 16 m lichter Weite mit gemauerten Pfeilern von jeweils 9 m Dicke, die 3 Meter unter der Flusssohle gegründet sind. Der Wasserspiegel des Kanals liegt 8,30 m über dem normalen Wasserspiegel der Loire. Das Kanalbett hat (nach der Erweiterung im Jahre 1870) eine Wassertiefe von 2,30 m und eine Breite von 6 m bei einer Gesamtlänge von 243 m. Ein 1,75 m breiter Treidelpfad befindet sich an beiden Ufern.