Das Gastmahl des Belsazar
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
![]() |
Das Gastmahl des Belsazar |
Rembrandt van Rijn, 1635 |
Öl auf Leinwand, 167 × 209 cm |
National Gallery (London) |
Das Gastmahl des Belsazar ist eine auf die Bibel zurückgehende Geschichte um den babylonischen König Belsazar, dem eine geheimnisvolle Schrift an der Wand, das Menetekel, seinen nahen Tod und den Untergang seines Reichs prophezeit. Das Motiv ist von verschiedenen Malern aufgegriffen worden, das hier zu besichtigende Gemälde malte Rembrandt um 1635. Signiert ist das Gemälde mit "Rembrandt f. 163.", die letzte Zahl ist nicht lesbar. Das 1,67 x 2,09 Meter große, auf Leinwand gemalte Bild hängt heute in der National Gallery in London.
[Bearbeiten] Hintergrund
Die Erzählung über Belsazar stammt aus dem Alten Testament der Bibel, (Das Gastmahl des Belsazar, Daniel 5,25). Der Tyrann Belsazar feierte ein rauschendes Fest, dabei verwendete er Gefässe die sein Vater im Tempel von Jerusalem erbeutet hatte, als ihm eine geisterhafte Schrift an der Wand seines Palastes erschien. Er ließ sofort seine Schriftgelehrten herbeirufen, die sich aber als unfähig erwiesen, den Text zu entziffern. Daraufhin wurde der in Ketten gelegte Prophet Daniel herbeigeführt: Er las: Mene mene tekel upharsin und deutete dies als Untergangs-Prophezeiung des Reiches Belsazars. Noch in der gleichen Nacht wurde Belsazar von seinen Knechten erschlagen.
Die wörtliche Übersetzung des Mene mene tekel upharsin aus dem Aramäischen ist unklar. Vermutlich handelt es sich um die Bezeichnung dreier persischer Münzen. Daniel dagegen interpretiert das Orakel mit Hilfe ähnlich klingender aramäischer Verben: gezählt, gezählt, gewogen und geteilt. Daniel interpretiert folgendermaßen:
- Gott hat dein Königtum gezählt und beendet
- Du wurdest gewogen und für zu leicht gefunden
- Dein Reich wird geteilt und den Medern und Persern gegeben.
[Bearbeiten] Das Gemälde
Rembrandt hat in seinem Gemälde den Augenblick festgehalten, in welchem der Gästeschar die geheimnisvolle Handschrift an der Wand erscheint. Die erschrockenen Gesichter der Anwesenden und das Entsetzen Belsazars spiegeln sich in der Darstellung. Dem König sieht man an, dass er mit dem Schriftzug nichts anfangen kann, gleichwohl aber das untrügerische Gefühl hat, dass dies nichts Gutes bedeuten könne. Während in den Darstellungen anderer Maler oft auf das Präsentieren der geheimnisvollen Schrift verzichtet wurde, - keiner wusste so genau, wie er das Menetekel darstellen sollte, hat Rembrandt die Herausforderung angenommen: Er ließ sich vermutlich von Rabbi Manasseh ben Israel, den er 1636 portraitierte, in der Darstellung der hebräischen Sprache beraten und setzte in hebräischen Lettern einen Schriftzug an die Wand, der von rechts nach links und speziell von oben nach unten zu lesen ist.
[Bearbeiten] Literatur
- Rose-Marie und Rainer Hagen: Bildbefragungen - Meisterwerke im Detail, Benedikt Taschen Verlag, Köln 1994