Digital Command Control
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Digital Command Control (DCC) ist ein Standard zur digitalen Zug-, Signal- und Weichensteuerung von Modelleisenbahnen. Der Standard basiert auf der Entwicklung der deutschen Firma Lenz Elektronik und wurde von der NMRA verabschiedet. Die ältesten Digitaldecoder nach DCC sind somit im wesentlichen die in den 1980er Jahren ausgelieferten Lokdecoder von Arnold (Spur N) und Märklin (Spur 1).
Bei DCC werden über das Gleis sowohl die zum Betrieb der Züge notwendige Spannung als auch Steuerungsinformationen zwischen einer Zentrale (einem Computer) und "Decodern" übertragen. Auch Weichen und Signale können über DCC-Signale gesteuert werden. Der DCC-Standard wurde im Lauf der Zeit weiterentwickelt. Anfangs gab es nur 14 Fahrstufen und 80 Lokadressen, später wurde auf 27/28 Fahrstufen und 128 nutzbare Lokadressen erweitert. Der aktuelle Standard sieht 128 Fahrstufen und über 10000 Lokadressen vor, wobei die meisten Fahrgeräte und einige Decoder auf 9999 Adressen limitiert sind. Trotz der Fortentwicklung des Systems können auch heute noch alte Decoder von aktuellen Steuergeräten programmiert werden, wie auch aktuelle Decoder rudimentär von alten Steuergeräten programmiert werden können (allerdings dann ohne Ausnutzung der aktuellen Systemparameter und -funktionen). Das System DCC ist im "Gleichstrom-Bereich" (genauer wäre: 2-Schienen-2-Leiter-Bereich) das verbreitetste Digitalsystem, lediglich im „Wechselstrombereich“ (genauer: 3-Schienen-2-Leiter-Bereich), namentlich Märklin H0, ist das Märklin-Motorola Digitalsystem vorherrschend, obwohl 2004 ein neues System auf den Markt gebracht wurde: Märklin Systems (mfx). Ein weiteres, auch schon lange bestehendes Digitalsysteme ist SelecTRIX (vorwiegend bei der Kleinspur N).
Die ursprüngliche Spezifikation von DCC diente ausschließlich dem Ansteuern von Decodern, umfasst aber weder den Austausch von Informationen zwischen Zentralen, oder von Zentrale zu "Booster" (einem Verstärker, der das von der Zentrale kommende Steuersignal mit einem 14-18 V Wechselstrom so verbindet, das ein zum Anlagenbetrieb hinreichend starker Signal-enthaltender Strom erzeugt wird), noch die Rückkopplung von Decodern zur Zentrale (z.B. über Weichen- und Signalstellungen). Daher entwickelten verschiedene Unternehmen eigene Mechanismen dafür, so beispielsweise Lenz den Xpress Bus und Digitrax Loconet.
Der DCC-Standard ist mittlerweile um einen Mechanismus zur Rückmeldung von Informationen aus den Lokdecodern zur Zentrale über das Gleis erweitert worden.