Drei Geistesgifte
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Die Drei Geistesgifte sind ein zentraler Begriff des Buddhismus. Gier (lobha), Hass (dosa) und Unwissenheit, Verblendung (moha, avijj) sind die drei grundlegenden 'Geistesverschmutzungen' (p. kilesa, skr. kleśa). Im Visuddhimagga werden Zehn Kilesa genannt.
Das Gegenstück zu diesen Wurzeln (mūla) unheilsamer (akusala) Handlungen, sind die Wurzeln heilsamer (kusala) Handlungen: Gierlosigkeit, Hasslosigkeit, Unverblendetheit (alobha, adosa, amoha). Dem entsprechen die Haltungen von Großzügigkeit (dāna), Güte (metta) und Weisheit (pañña), die als die Heilmittel gegen die Drei Geistesgifte gelten. Die Qualität des Kamma (skr. Karma) hängt von diesen unheilsamen oder heilsamen Wurzeln ab ('die Wesen werden zu Erben ihrer Werke').
Auf die Drei Geistesgifte (jap. bonno) bezieht sich auch das Prinzip 'Hendoku Iyaku' (Gift in Medizin umwandeln), das den dialektischen Umgang des Mahayana bei der Überwindung von Hindernissen zur geistigen Entfaltung zeigt.
Im Lebensrad des tibetischen Buddhismus werden die Drei Geistesgifte als die Triebkraft des Samsara) dargestellt: ein Hahn (Gier), eine Schlange (Hass) und ein Schwein (Unwissenheit) hetzen einander im endlos scheinenden Kreislauf des Leidens.
Siehe auch: Indische Philosophie, Klesha