Fleckfieber
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Fleckfieber, auch „Läusefieber“ oder Faulfieber ist eine Infektion mit Mikroorganismen der Gattung Rickettsien (Rickettsia prowazekii), die durch Läuse, Milben, Zecken oder Flöhe übertragen wird. Früher wurde es auch als Typhus levissimus, Typhus ambulatorius, Hunger- oder Kriegstyphus bezeichnet (obwohl nicht mit Typhus verwandt), da es sich unter schlechten hygienischen Bedingungen in Kriegszeiten mitunter epidemieartig ausbreitete. Dass es sich um eine eigenständige Erkrankung handelt, entdeckte William Jenner in London 1847.
An der Stichstelle kommt es häufig zu Juckreiz und einer Blauschwarz-Färbung. Die Inkubationszeit beträgt 10–14 Tage. Dann kann es zu hohem Fieber, einem aufgedunsenen roten Gesicht, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Bewusstseinsstörungen (wenn das Gehirn mit betroffen ist) kommen.
Die Krankheit tritt vorwiegend in den Subtropen und Tropen auf. In Deutschland müssen Fleckfieberfälle namentlich gemeldet werden. Bei einer Zweitinfektion treten aufgrund der aktiven Immunisierung die Symptome in einem schwächeren Maße auf.
Für Napoleons und Hitlers Armeen wurde das Fleckfieber während der Russlandfeldzüge zu einem ernsthaften Problem. Die bittere Winterkälte zwang die Soldaten, ihre Kleidung nahezu permanent zu tragen, ohne sie wechseln oder säubern zu können. Außerdem nutzten sie Kleidungsstücke Gefallener, um sich notdürftig warm zu halten. Für (mit Fleckfieber infizierte) Kleiderläuse war es daher ein Leichtes, sich zu vermehren und auszubreiten. Von den ursprünglich (mit der Reserve) über 600.000 Mann des napoleonischen Heeres, das 1812 auszog, Russland zu erobern, waren ein Jahr später bis auf lediglich 3000 Mann alle tot. Die weitaus meisten waren jedoch nicht durch Folgen von Kampfhandlungen gestorben, sondern an Fleckfieber.
Zur Untersuchung von möglichen Impfstoffen wurden von nationalsozialistischen Ärzten, vor allem E.-O. Ding-Schuler, Menschenversuche an Gefangenen im Konzentrationslager Buchenwald durchgeführt. An der künstlich herbeigeführten Infektion starben dort mehrere hundert Menschen. Auch in den Konzentrationslagern Natzweiler-Struthof und Schirmeck wurden derartige Versuche vorgenommen.
[Bearbeiten] Weblinks
- www.hautausschlag.de - Diskussionsforum zu allen Themen, die mit Fleckfieber und Hautausschlag verbunden sind
- www.gesch.med.uni-erlangen.de - Informationsmaterial der Universität Erlangen zu Fleckfieberversuchen im Konzentrationslager Buchenwald
- Rudolf Weigl und die ätiologische Fleckfieberbekämpfung von H. Eyer
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