Grundwasserneubildung
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Als Grundwasserneubildung bezeichnet man verschiedene Vorgänge, die die Speisung des Grundwassers bewirken.
[Bearbeiten] Arten der Grundwasserneubildung
In der Grundwasserhydrologie unterscheidet man drei Arten von Grundwasserneubildung:
- Die Grundwasserneubildung aus Niederschlag, bei der das Grundwasser (GW) über das Versickern des Niederschlages (Sickerwasser) gespeist wird.
- Die Grundwasserneubildung aus Seihwasser, bei der das GW von Flüssen oder Seen auch über das versickern (seihen) von Oberflächenwasser gespeist wird. Die speisenden Gewässer sind hier durch eine Bodenschicht vom Grundwasser getrennt, durch die das Seihwasser hindurchsickert.
- Grundwasserneubildung als Influenz (aus Oberflächengewässern). Bei der Influenz speist das Oberflächenwasser direkt den Grundwasserleiter. Das Wasser versickert bei der Influenz nicht, sondern wird das Grundwasser direkt angereichert, da das Oberflächengewässer im GW-Leiter liegt.
[Bearbeiten] Bestimmung der Grundwasserneubildung
Aufbauend auf der Wasserbilanzgleichung ergibt sich die Grundwasserneubildung G langfristig aus dem Niederschlag N, dem oberirdischen Abfluß Ao und der - schwierig zu bestimmenden - Evapotranspiration E:
- G = N − Ao − E
Kurzfristig wird auch die Änderung des Grundwasserstandes (Vorratsänderung) S berücksichtigt:
- G = N − Ao − E + S
Unter Berücksichtigung der unterirdischen Abfuhr Qab und Zufuhr Qzu von Grundwasser ergibt sich:
- G = N − Ao − E + S − Qab + Qzu
Aufgrund der im Sommerhalbjahr stärkeren Verdunstung findet die Grundwasserneubildung vor allem im Winterhalbjahr statt. Der Grundwasserstand ist daher am Ende des Sommers am tiefsten und im Frühjahr am höchsten.