Haus zum Schlossgarten
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Das Haus zum Schlossgarten ist ein klassizistisches Gebäude in Aarau in der Schweiz. Es steht östlich der Altstadt an der Laurenzenvorstadt, in unmittelbarer Nähe zum Schlössli (daher der Name). Im Jahr 1798 diente es während einigen Monaten als Sitz der Regierung der Helvetischen Republik; heute ist es ein Kunstmuseum.
Erbaut wurde das Gebäude im Jahr 1777 zunächst als einstöckiger Pavillon mit einem kleinen französischen Garten. 1792 liess ihn der Dragonermajor Daniel Pfleger zu einem dreistöckigen Wohnhaus ausbauen. Dadurch erhielt das Gebäude seine heutige Gestalt, mit einem Mittelrisalit und darüber liegendem Dreieckgiebel sowie einem Walmdach.
Im Mai 1798 erwarben die Stadtbehörden das Haus für 18'000 Gulden. Aarau war zwei Monate zuvor von der französischen Besatzungsmacht zur Hauptstadt der Helvetischen Republik (und somit zur ersten Hauptstadt der Schweiz überhaupt) erklärt worden. Die Stadt stellte das Gebäude dem "Direktorium" des neuen zentralistischen Staates als Regierungssitz zur Verfügung.
Nur vier Monate später, im September 1798, zogen Regierung und Parlament jedoch nach Luzern um. Im darauf folgenden Jahr verkaufte die Stadt das Gebäude an Privatleute; es diente danach während fast zwei Jahrhunderten als Wohnhaus.
1994 wurde das Haus durch die Aarauer Ortsbürgergemeinde erworben, die es von Grund auf restaurieren liess. Seither beherbergt es im Erdgeschoss die kulturelle Institution "Forum Schlossplatz". Diese veranstaltet wechselnde Ausstellungen, die sich mit zeitgenössischer Kunst befassen. Während die Räume im ersten Stock zu Repräsentationszwecken dienen, wird das Dachgeschoss weiterhin als Wohnung genutzt.
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Koordinaten: 47° 24' N, 8° 03' O