Kervenheim
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Kervenheim ist heute mit rund 2100 Einwohnern eine Ortschaft der Stadt Kevelaer, Kreis Kleve (NRW). Unter den Gemeinden, die 1969 zur heutigen Stadt Kevelaer vereinigt wurden, hatte Kervenheim als einzige Stadtrechte. Diese sind bereits für das Jahr 1322 urkundlich nachweisbar, gingen jedoch in der napoleonischen Zeit wieder verloren.
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[Bearbeiten] Geschichte
Kervenheim, 1270 erstmals urkundlich erwähnt, gehörte zum Herzogtum Kleve und wurde durch einen klevischen Adelssitz (Haus Kervendonk) an der Südgrenze des Herzogtums dominiert.
Der Siedlungskern des Dorfes stand in enger Beziehung zur "Burg". Bildnisse zeugen von einem Bauwerk stattlicher Größe, dessen 4 Ecken jeweils durch runde Türme geschützt waren. Ein Stadtbrand 1757 sowie intensive Kampfhandlungen 1945 führten zu weitreichenden Zerstörungen. Heute ist nur noch der Nordflügel erhalten, welcher die ev. Kirche beherbergt.
Eine eigene kath. Pfarrkirche erhielt Kervenheim erst im 16. Jh., obwohl die Pfarrei schon 1445 (während einer Blütezeit der Gemeinde) verselbstständigt wurde.
Kervenheim war zwar namensgebend für das preußische Amt Kervenheim (mit den Gemeinden Winnekendonk und Kervenheim/Kervendonk), Hauptverwaltungsort war aber Winnekendonk. Bemerkenswert ist, dass die Bauernschaft rund um das Dorf Kervenheim bis 1969 eine eigene Gemeinde Kervendonk bildete. Vermutlich respektierte die preußische Regierung, dass "ländliche" wie "dörfliche" Bürgerschaft eine je eigene Vertretung für erforderlich erachteten. Durch verstärkte Bautätigkeit nach dem 2. Weltkrieg wuchs Kervenheim allmählich auf das Kervendonker Gebiet. Die Führung dieses dreigliedrigen Gemeindeverbundes lag von 1949 bis zur kommunalen Neugliederung (Gebietsreform) 1969 in den Händen von Amtsdirektor August Wormland und Amtsbürgermeister Wilhelm Wehren CDU, der bis 1970 Mitglied des Landtages in NRW war.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Im 18. Jh. war in Kervenheim eine regional bedeutende Töpferei ("Potthaus") ansässig. 1846 begann die Warmblutzucht auf dem Vogelsangshof, die weithin die Trakehner- und die Rheinische Pferdezucht prägte. Im 19. Jh. siedelten sich mehrere kleine Schuhfabriken an (1876: Fa. Wehren, seit 1885 Fa. Micheel), deren größte nach mehreren Besitzerwechseln 1936 von den Schuhfabrikanten Otterbeck aus Mülheim an der Ruhr übernommen wurde. Heute sind in Kervenheim einige Handwerksbetriebe und kleinere Unternehmen angesiedelt, ohne dass noch ein dominanter Erwerbszweig besteht.
[Bearbeiten] Bürgermeister und Ortsvorsteher von Kervenheim
- 1951-1953 Bürgermeister Wilhelm Otterbeck (CDU)
- 1953-1969 Theo Kothes (CDU)
- 1969-1979 Ortsvorsteher Josef Schäfer (CDU)
- 1979-1984 Theo Kothes (CDU)
- 1984-1989 Alfons Horlemann (CDU)
- 1989-1999 Marianne Janssen (SPD)
- 1999-2004 Sigrid Ehrentraut (SPD)
- seit 2004 Ernst Umbach (CDU)
[Bearbeiten] Weblinks
Koordinaten: 51° 37' 55" N, 06° 16' 39" O
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