Maku
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Die Makú (dt.: Menschen; auch Yuhup, Yahup) wohnen im Nordwesten Brasiliens an der Grenze zu Kolumbien zwischen dem Rio Negro und dem Rio Japurá. Man unterscheidet "wilde" und "zahme" Makú. Vor allem letztere sind geprägt durch Kontakt mit den Weißen, während die "Wilden" versuchen diesem aus dem Weg zu gehen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren sich diese Gruppen noch freundschaftlich gesinnt. Das etwa zur zweiten Hälfte des Jahrhunderts aufgebaute Patron-Kunden-System zwischen zahmen Makú (Kunden) und Weißen (Patrones) führte jedoch zur Abhängigkeit der zahmen Makú und zum Bruch mit den Wilden. Getauscht wurden vor allem Kautschuk, Felle und ähnliches gegen Industriewaren (Metallwaren) und Salz. Des öfteren haben die Makú versucht aus diesem System der Schuldknechtschaft auszubrechen. Gruppen, denen dies gelungen war, versuchten wieder autonom zu leben, schlossen sich den wilden Makú an, oder verfielen bald erneut der Abhängigkeit von einem Patron.
Dieses Bild der Zerrissenheit stellt sich auch in dem durch den Kontakt mit den Weißen veränderten Weltbild dar. Zwei Kulturheroen siedelten, nachdem sie sich zerstritten hatten, einer flussaufwärts hinter einem riesigen Gebirge und der andere flussabwärts hinter einer Wand aus Regen. Flussabwärts siedeln die Weißen und Indianer-fressende Monster, flussaufwärts siedeln die wilden Makú, die ihrerseits die Weißen nicht in ihr Gebiet lassen. Die zahmen Makú stellen sich somit in die Mitte zwischen Natur (wilde Makú) und Kultur (Weiße).