Mittelformat
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Als Mittelformat bezeichnet man in der Fotografie
- ein Aufnahmeformat mit klassischen Formaten wie 4,5×6 cm, 6×6 cm, 6×7 cm, 6×8 cm, 6×9 cm und Panoramafotos 6×12 cm und 6×17 cm sowie
- ein fotografisches System, das in der Regel Rollfilme und spezielle Mittelformatkameras einsetzt.
[Bearbeiten] Bedeutung
Das Mittelformat ist nach wie vor im Bereich der anspruchsvollen Amateure und Profis ein beliebtes Format, da es auf Grund der Negativgröße gegenüber dem Kleinbildformat weitaus bessere Ergebnisse liefert, aber gegenüber dem Großformat noch flexibel einsetzbar bleibt. Moderne Mittelformat-Kameras haben annähernd den Komfort moderner Kleinbildkameras. Die bekanntesten Hersteller sind Firmen wie Hasselblad, Contax, Mamiya, Zenza Bronica, Rollei, Pentax und Linhof. Auch bei den Mittelformat-Systemen gibt es Spiegelreflexkameras und Sucherkameras. Im Gegensatz zu den Kleinbild-Systemen, ist in Mittelformat-Systemen der Zentralverschluss weit verbreitet. Er bietet gegenüber Systemen mit Schlitzverschluss den Vorteil, mit allen Verschlusszeiten einen Blitz synchronisieren zu können. Bei Systemen mit Schlitzverschluss beträgt die kürzeste Synchronzeit in der Regel nur 1/125 Sekunde. Dafür haben Systeme mit Schlitzverschluss den Vorteil, lichtstärkere Objektiv-Konstruktionen zu nutzen und kürzere Verschlusszeiten zu ermöglichen. Die höhere erzielbare Bildqualität ist auf das größere Filmformat zurückzuführen, das mehr Informationen speichern kann, als kleinere Filmformate.
[Bearbeiten] Aufnahmeformate
Kleinstes Mittelformat 4,5×6 cm:
Klassisches Mittelformat 6×6 cm:
Rechteckiges Mittelformat 6×7 cm:
System der Rollfilme. Der B2-Normalfilm wurde 1932 standardisiert auf acht Aufnahmen 6×9 cm (B2-8); zuvor hatte der B2-Film in Deutschland nur sechs (B2-6) bzw. bei der "Kurzspule" nur vier Aufnahmen (B2-4). Die deutschen Bezeichnungen waren bis ca. 1960 in Benutzung.
Kodak-Nummer | Deutsche Bezeichnung | Bildformat | Aufnahmen |
---|---|---|---|
116 | D-6 | 6,5×11 cm | 6 |
129 | N-6 | 5×7,5 cm | 6 |
127 | A-8 | 3×4, 4×4, 4×6,5 cm | 16, 12, 8 |
120 | B2-4 (Kurzspule) | 4,5×6, 6×6, 6×9 cm | 4 |
B2-6 | 6 | ||
B2-8 (Standardisiert ab 1932) | 16, 12, 8 | ||
620 | PB 20 | 4,5×6, 6×6, 6×9 cm (wie 120er, aber andere Spule) |
16, 12, 8 |
Mittelformatfilm wird konfektioniert als Rollfilm.
[Bearbeiten] Geschichte und Entwicklung
Als "Kleinbild" galt um 1908 das Format 4,5×6 cm, ein heutiges Mittelformat. In den 1920er und 1930er Jahren waren noch diverse andere Mittelformat-Varianten verbreitet wie 6,5×9 cm oder 4×6,5 cm
Boxkameras verwendeten die Aufnahmeformate 6,5x11 cm, 6×9 cm (2 1/4×3 1/4 Zoll), 5×7,5 cm, 4,5×6 cm (Halbierung von 6×9 cm), 3×4 cm (Halbierung des Formats 4×6,5 cm auf Film 127)
Der erste industriell gefertigte Fotoapparat, die berühmte Kodak Nr. 1 (You press the button, we do the rest), zeichnete runde(!) Bilder mit einem Durchmesser von 65 mm auf.
Das Mittelformat war bis Ende der 1950er Jahre noch sehr stark verbreitet; in dieser Zeit hatte sich die Kleinbildfotografie noch nicht durchgesetzt, entsprechende Kompaktkameras gab es noch nicht und die Boxkameras mit Mittelformat-Rollfilm dominierten.
Heute wird das Mittelformat überwiegend in der professionellen Fotografie mit Digital-Rückteilen eingesetzt.