Niède Guidon
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Niède Guidon (* 12. März 1933, in Jaú, Brasilien) ist eine brasilianische Archäologin.
In den 1950er Jahren kam Guidon in den Brasilianischen Nationalpark Serra da Capivara in der Prozinz Piauí, die größte Fundstelle von prähistorischen Siedlungen und Felsmalereien in Südamerika. Guidon ist dort heute die leitende Archäologin, bis heute wurden über 400 Siedlungsplätze und über 30 000 Felszeichnungen entdeckt.
[Bearbeiten] Boqueirão da Pedra Furada
Durch Altersbestimmung der Kohlereste einer Feuerstelle in der Höhle Boqueirão da Pedra Furada im Nationalpark Serra da Capivara kam sie zu dem Ergebnis, dass dieses Gebiet bereits vor etwa 50.000 Jahren besiedelt gewesen sein müsse. Dies widerspricht der nach der Clovis-Kultur benannten Clovis-Theorie, derzufolge die Besiedlung Amerikas über die Beringstraße erst vor etwa 12.000 Jahren soll durch Menschen der mongoliden „Großrasse“ erfolgt sein soll. Vertreter der Clovis-Theorie wenden ein, dass das von Gudion untersuchte Feuer auch natürlichen Ursprungs gewesen sein könne. Allerdings wird mittlerweile die Clovis-Theorie auch durch jüngere Funde infrage gestellt, etwa durch den Schädel des Kennewick-Manns, der europide Züge aufweist, durch Funde im chilenischen Monte Verde und eine im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca bei Santo Tomás Jalieza entdeckte Fußspur in versteinerter Vulkanasche, die zwischen 25.000 und 30.000 Jahren alt sein soll.
[Bearbeiten] Ehrungen
2005 wurde Niède Guidon mit dem Prince Claus Award geehrt.
[Bearbeiten] Weblinks
- Der Schatz der Serra da Capivara
- Artikel im Focus
- Interview mit Guidon (englisch)
- Luis Carlos Duarte Cavalcante: Uma mulher chamada Niéde, in: Jornal da Ciência, 14. März 2005 (brasil.)
- Prêmio Claudia: Niède Guidon: Artikel der Zeitschrift Claudia zur Verleihung des Prêmio Claudia 1997 (brasil.)
Personendaten | |
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NAME | Niède Guidon |
KURZBESCHREIBUNG | brasilianische Archäologin |
GEBURTSDATUM | 12. März 1933 |
GEBURTSORT | Jaú, Brasilien |