Panzernahkampfmittel
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Panzernahkampfmittel sind Behelfs- und Einsatzmittel, die einzelnen Personen oder Personengruppen zum Niederkämpfen eines oder mehrerer feindlicher gepanzerten Fahrzeuge in unmittelbarer Nähe des anzugreifenden Objektes ohne Zuhilfenahme von panzerbrechenden infanteristischen Waffen wie z.B. Panzerabwehrkanonen, Panzerfaust, Panzerbüchsen etc., zur Verfügung stehen.
Im Einzelnen sind dies:
Behelfsmittel wie Farbe, Tücher, Schlamm, die auf Sehschlitze oder Optiken angebracht, bewirken, dasz der Panzerbesatzung die Sicht genommen wird. Dadurch wird der Panzer praktisch blind. Auch besteht die eher theoretische Möglichkeit, z.B. mit Eisenstangen die aus dem Panzer herausragenden Kanonen- und MG-Rohre zu verbiegen oder die Rohre zu verstopfen, um dadurch Rohkrepierer zu provozieren.
Brandbeschleuniger und Brandmittel, die schnell und einfach als sog. Molotowcocktails hergerichtet werden können, werden vorzugsweise über dem Heck des Panzers zur Entzündung gebracht. Durch die Lüftungsschlitze des Motors läuft dann die brennende Flüssigkeit hinein und setzt diesen in Brand, was einen Totalausfall des Panzers bewirken kann.
Hemmende Mittel sind Handgranaten, geballte Ladungen oder dergleichen und werden aus einiger Entfernung auf den Panzer geworfen, in der Hoffnung, seine Bewegungsfähigkeit durch Treffen der empfindlichen Kettenlaufräder zu mindern, bzw. zu unterbinden.
Vernichtende Mittel. Die Anwendung von Panzerminen oder Hafthohlladungen, die zum Teil mit Magneten versehen, auch an fahrenden Panzern wirkungsvoll angebracht werden können, stellt einen direkten Angriff auf den Panzer dar. Hier kommen auch wieder Handgranaten oder geballte Ladungen zum Einsatz. In die bauartbedingten Hohlräume des Panzers (Kanonenrohr, Auspuffanlage, Spalte zwischen Turm und Fahrwerk) platziert, verursachen sie empfindliche Schäden bis zur völligen Zerstörung des Panzers.
Bei all diesen Angriffsvariationen mit Panzernahbekämpfungsmitteln ist jedoch als Voraussetzung anzusehen, daß die oder der feindliche Panzer nicht durch eigene Infantrietruppen geschützt ist.
Literatur/ Quellen:
Achtung, Panzer von H. Guderian
Deutsche und alliierte Heereswaffen 1939 - 1945 von A. Buchner
Krieg der Panzer 1939 - 1945 von J. Piekalkiewitz
"Richtlinien für die Panzernahbekämpfung" offiziele Deutsche Heeresdienstvorschrift 469/41 vom 7.Oktober 1941