Tourismus in Kaliningrad
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Der Tourismus in der Oblast Kaliningrad entwickelte sich nach Öffnung des vormaligen Militärsperrgebietes zunächst sprunghaft, da viele ehemalige Einwohner des nördlichen Ostpreußen als Heimwehtouristen die Region um das frühere Königsberg (Preußen) besuchten. Nach kurzer Zeit ebbte diese Besuchswelle jedoch ab. Von großer und mit Abebben des Heimwehtourismus von wachsender Bedeutung in den Küstenbadeorten Selenogradsk und Swetlogorsk sowie auf der Kurischen Nehrung ist der Inlandstourismus. Ein Grund hierfür ist die überbordende Bürokratie und der Visumzwang für EU-Bürger. Vom wachsenden Inlandstourismus zeugen nicht zuletzt neu erbaute Villen in Strandnähe, die sich reiche Moskauer in diesen Orten erbauen. Kaliningrad selber besitzt nach schweren Zerstörungen im Krieg nur wenige historische Sehenswürdigkeiten, zu denen der alte Königsberger Dom und einige alte Stadtbefestigungen zählen. Jedoch ist die Stadt als örtliche Verkehrsdrehscheibe und Einkaufsstadt von Bedeutung. Im größten Teil des Gebietes besteht kaum touristische Infrastruktur, insbesondere ist man noch nicht sehr auf Individualtourismus eingestellt. Die örtliche Touristenbehörde bemüht sich um den Aufbau verschiedener Fremdenverkehrszweige wie Jagdtourismus, Reitertourismus und ländlichen Tourismus sowie um Förderung des Fremdenverkehrs in den Klein- und Mittelstädten wie Sowetsk (Tilsit). Beliebt sind außerdem Schienenkreuzfahrten in das Gebiet.