Ulrich Kiesow
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Ulrich Kiesow (* 3. Juni 1949; † 30. Januar 1997) ist der eigentliche geistige Schöpfer des mittlerweile sehr erfolgreichen deutschen Rollenspiels Das Schwarze Auge (DSA). Neben zahlreichen DSA-Abenteuern verfasste er auch mehrere Romane, die auf dem Kontinent Aventurien spielen, der fiktiven Spielwelt des Schwarzen Auges. Für das inzwischen eingestellte Rollenspiel-Magazin Wunderwelten schrieb er unter dem Pseudonym Andreas Blumenkamp mehrere satirische Artikel.
Ulrich Kiesow war mehr als nur der Erfinder jener aventurischen Welt. Er war außerdem auch leidenschaftlicher Modellbauer, Spezialist für Zinnfiguren, Freund der Erotik (was sich in fast allen seinen Publikationen widerspiegelt) und Koch.
Sein beruflicher Werdegang begann außerhalb der Spielebranche als Kunstlehrer in Nordrhein-Westfalen. Er arbeitete nebenberuflich als Übersetzer englischsprachiger Texte, insbesondere aus dem Fantasy-Bereich; Ulrich Kiesow war Übersetzer der ersten Ausgabe von Dungeons & Dragons.
1983 gründete Kiesow mit Werner Fuchs und Hans Joachim Alpers die Firma Fantasy Productions, die als Versandhaus für Zinnfiguren und Tabletop-Zubehör begann. Im selben Jahr brachten sie das erste professionelle deutschsprachige Rollenspiel auf den Markt: Schwerter und Dämonen, eine Übersetzung des englischen Tunnels and Trolls. Das Schwarze Auge jedoch, das er zeitgleich konzipiert hatte, konnte wegen der enormen Produktionskosten nicht in der kleinen Firma voran getrieben werden und wurde so von Schmidt Spiele 1984 mit großem Aufwand und angemessener Werbekampagne veröffentlicht.
1987 wurde Kiesow dann auch erstmalig als Romanautor tätig. Sein Fantasyroman Die Gabe der Amazonen war einer der ersten Romane in der Welt des Schwarzen Auges. In der Folge fungierte er auch als Herausgeber der im Heyne-Verlag erschienen Reihe von DSA-Romanen. Eröffnet wurde sie 1995 durch seinen eigenen Roman Der Scharlatan, der später sogar in einer englischen Ausgabe erschien. Zuvor waren bereits einige Veröffentlichungen in anderen Verlagen erschienen. (siehe auch Liste der Aventurien-Romane)
Zwei Tage, nachdem er die Vollendung seines Romans Das zerbrochene Rad feierte, starb er am 30. Januar 1997 im Alter von 47 Jahren an den Folgen eines Herzanfalls. Interessanterweise ist das zerbrochene Rad in der Fantasiewelt Aventurien das Symbol für den Tod.
Noch heute werden seine Romane als herausragend in der DSA-Reihe angesehen. Viele Autoren des Schwarzen Auges betrachten ihn als schreiberisches Vorbild, was sich nicht zuletzt durch die zahlreichen Widmungen in den diversen Publikationen dieses Genres ausdrückt.
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Ulrich Kiesow im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Ulrich Kiesow in der Spieledatenbank Luding
Personendaten | |
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NAME | Kiesow, Ulrich |
ALTERNATIVNAMEN | Andreas Blumenkamp |
KURZBESCHREIBUNG | deutscher Fantasy-Schriftsteller |
GEBURTSDATUM | 3. Juni 1949 |
STERBEDATUM | 30. Januar 1997 |