X.Org-Server
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X.Org-Server | |
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Basisdaten | |
Entwickler: | X.Org Foundation |
Aktuelle Version: | X11R7.2 (16. Februar 2007) |
Betriebssystem: | Linux/Unix |
Kategorie: | X-Server |
Lizenz: | verschiedene freie Lizenzen |
Deutschsprachig: | nein |
Website: | www.x.org |
Der X.Org-Server ist eine Realisierung und die offizielle Referenz-Implementierung des X-Window-Systems. Er wird als Freie Software von der X.Org Foundation herausgegeben, die auch die Standards rund um das X-Window-System verwaltet und weiterentwickelt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Nachdem um 2003 innerhalb des XFree86-Projekts Streitigkeiten wegen einer neuen Lizenz für das anstehende Release der Version XFree86-4.4 ausgebrochen waren, verließen viele Entwickler das Projekt, um den Server auf Basis der alten Lizenz weiter zu entwickeln. Da die neue Lizenz von vielen Linux-Distributionen ebenfalls als GPL-inkompatibel abgelehnt wurde, formten die Entwickler zusammen mit Mitarbeitern verschiedener Distributionen und der alten X.Org-Organisation die neue X.Org-Stiftung, um in diesem Rahmen den X-Server und auch die X-Standards weiter zu entwickeln und zu verwalten.
Dabei verknüpfte man die Arbeit eng mit der des freedesktop.org-Projekts.
[Bearbeiten] Versionen
Als Basis für den X.Org-Server diente das Pre-Release (XFree86-4.4RC2) von XFree86, welches als letztes Release vollständig auf der alten Lizenz basierte. Auf dieser Basis veröffentlichte X.Org am 7. April 2004 den ersten eigenen Server unter der Bezeichnung X11R6.7.0. Dieser enthielt weniger neue Eigenentwicklungen als viel mehr letzte Patches, da es sich bereits um einen Release Candidate handelte. Die zweite Version X11R6.8.0 wurde am 8. September 2004 veröffentlicht und enthielt deutlich mehr Neuerungen. So ermöglicht es die neu hinzugekommene 'Damage' Funktion, dass X-Clients erkennen können, welche Teile von Fenstern verändert wurden. Somit zeichnen die Clients nur veränderte Teile neu, was vor allen Dingen für die Netzwerkübertragung von grafischen Ausgaben wichtig ist. Ebenso wurden 'Composite Extensions' experimentell implementiert, welche echte Transparenz und Schatteneffekte der Fenster ermöglichen.
Die Versionen 6.9 und 7.0 sind vom Funktionsumfang her identisch, der Aufbau ist aber bei der 7er Reihe modular. Ziel dieser Modularisierung ist ein leichter zu wartender und zu ändernder Code. Seit der Veröffentlichung von Version 7.1 wird die 6er Reihe nicht mehr weiterentwickelt sondern lediglich mit Sicherheitsaktualisierungen gepflegt.
[Bearbeiten] Server-Architektur
Der X.Org-Server kommuniziert wie die meisten X-Window-Systeme theoretisch mit dem Betriebssystem-Kernel (meistens ein Linux-, BSD- oder ein anderer UNIX-Kernel), um Ein- und Ausgabegeräte anzusteuern. Eine Ausnahme bilden die Grafikkarten, die von X.Org direkt unter Umgehung des Kernels angesprochen werden (siehe auch Direct Rendering Infrastructure). In der Praxis greift X.Org häufig auch direkt auf Tastaturen und Mäuse zu, ohne ausreichend Rücksicht auf die Arbeit des Kernel mit den entsprechenden Geräten zu nehmen.
Für die weitaus meisten Grafikkarten der letzten 15 Jahre bringt X.Org eigene Treiber mit. Für einige Karten (am bekanntesten sind die von nVidia und ATI) gibt es zusätzlich Binärtreiber der Hersteller, welche die X.Org-Treiber ersetzen. Diese proprietären Treiber bringen meist eine verbesserte 3D-Unterstützung mit sich, sind aber keine Freie Software und teilweise Ursache von Stabilitätsproblemen. Es ist auch möglich, X.Org auf einem Framebuffer-Gerät arbeiten zu lassen, wozu dann ein Grafikkarten-Treiber des Kernels benutzt wird.
Weil er direkt auf die Hardware zugreift, muss der Server mit den Rechten des Benutzers root laufen, bzw. mit UID 0.
Auf einem typischen POSIX-System liegen die X.Org-Konfigurationsdateien im Verzeichnis /etc/X11
. Die grundlegende Konfiguration erfolgt in der Datei xorg.conf
, die unter anderem Einstellungen zum verwendeten Monitor, Tastatur, Maus und Grafikkarte enthält. Für den weniger erfahrenen Benutzer existieren eine Reihe von (auch grafischen) Frontends, die die Konfiguration des X-Servers erleichtern. Moderne Distributionen bieten auch eine halbautomatische Erkennung der richtigen Einstellungen. Zusätzlich bringen neuere proprietäre Treiber ebenfalls graphische Frontends mit sich.
[Bearbeiten] Siehe auch
- X Window System
- Andere Projekte der X.Org Foundation, zum Beispiel Xinerama
- AIGLX - eine Erweiterung des X.Org-Servers für hardwarebeschleunigte graphische Desktop-Effekte, seit Version 7.1 Teil des X.Org-Servers
- Xgl - eine weitere Erweiterung für hardwarebeschleunigte graphische Desktop-Effekte
- Xegl - Völlig neuer, vollständig in OpenGL implementierter X-Server mit modernem Treiberkonzept.
[Bearbeiten] Weblinks
- Website der X.Org Foundation und des Servers (englisch)
- Übersicht aller X.Org Releases (englisch)
- X11R7.1 Release Notes (englisch)