Übungsfirma
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Eine Übungsfirma (Üfa) ist eine ständige Einrichtung, in welcher Menschen in einer kaufmännischen Ausbildung ein simuliertes Unternehmen bilden um mit anderen Übungsfirmen mit virtuellen Waren und Geld zu handeln. Deren Rechtsgeschäfte sind nichtig.
[Bearbeiten] Typen von Übungsfirmen
Übungsfirmen werden von verschiedenen Organisationen mit unterschiedlichen Zielen betrieben. Zwei grundsätzliche verschiedene Gruppen sind zu unterscheiden:
- Klassisch werden Übungsfirmen von Wirtschaftsschulen, Handelsschulen, Berufsschulen oder Berufsakademien betrieben damit ihre Schüler auch ohne eine kaufmännische Lehre vertiefende praktische kaufmännische Erfahrungen sammeln können, die sich ohne eine Übungsfirma nicht vermitteln lassen. Zu diesen kaufmännischen Erfahrungen gehört bspw. das komplexe Zusammenspiel verschiedener Abteilungen zu erleben, das realitätsnahe bearbeiten von kaufmännischen Aufgaben im Tagesgeschäft und das Feingespür, wenn man bspw. mit anderen kaufmännischen Übungsfirmen im Rahmen von Vertriebsaktivitäten oder Beschaffungsprojekten mit echten, aber fremden Menschen verhandeln muss.
- Daneben betreiben auch viele echte große Unternehmen für ihre eigenen kaufmännischen Auszubildenden eine Übungsfirma. Typisch ist hier, dass die kaufmännischen Auszubildenden neben ihrer Ausbildung im Betrieb und Berufsschule meist zusätzlich einen Nachmittag pro Woche in der Übungsfirma zusammenkommen. Die Ziele dieser Übungsfirma liegen mehr in der Stärkung der Sozialen Kompetenzen der zukünftigen Mitarbeiter. In der Übungsfirma können Positionen wie einfacher Mitarbeiter, Teamleiter, Abteilungsleiter und Geschäftsführung frühzeitig durchlebt werden, mit allem was dazu gehört: Andere miteinbinden, motivieren, aber auch Probleme selbst oder in Zusammenarbeit lösen über verschiedene Hierarchieebenen. In diesen Übungsfirmen müssen sich typischerweise auch die Auszubildenen bewerben (nicht alle werden genommen), und die Leitung der Übungsfirma entscheidet autonom, wer in welche Position aufsteigt. Ein weiterer Grund für den Betrieb einer Übungsfirma in Unternehmen ist, dass deren Teilnehmer über die Übungsfirma zum einem sich besser gegenseitig kennenlernen und zum anderem auch ihre eigenen Fähigkeiten und Motivationen besser ausloten können.
[Bearbeiten] Organisation und Betrieb einer Übungsfirma
Der Grundgedanke einer Übungsfirma ist, dass diese weitgehend autonom arbeitet und ihre Probleme selber löst. Ergänzend dazu stehen sogenannte Fachberater zur Seite. In vielen Übungsfirmen sind die Fachberater ehemalige Übungsfirmenmitglieder.
Alljährlich finden internationale Übungsfirmenmessen statt. Jede teilnehmende Übungsfirma stellt dazu ein Messeteam aus verdienten Mitarbeitern zusammen, welche selbstständig die gesamte Messeaktivitäten vorbereitet und durchführt. Die Messteilnahme stellt eine große Motivation für die Teilnehmer dar und erlaubt auch Übungsfirmakonfom zusätzliche Schulungen und identifikationsförderende Maßnahmen.
In vielen Ländern existieren zentrale Einrichtungen welche die Verwaltung des virtuellen Geldes, eines virtuellen Zahlungsverkehrs und anderer zentraler Dienste sicherstellt und auch der Austräger der Übungsfirmenmesse ist (siehe Weblinks).
[Bearbeiten] Weblinks
- zuef.de - Zentralstelle des Deutschen ÜbungsFirmenRings (Deutscher Übungsfirmenring)
- act.at - Servicestelle österreichischer Übungsfirmen
- practicefirms.ch - Schweizerische Übungsfirmenzentrale
- uebungsfirmen.de - Übungsfirmenzentrale der bayerischen Wirtschaftsschulen
- ls-bw.de/... - Arbeitsgruppe Übungsfirma am Landesinstitut für Schulentwicklung in Baden-Württemberg