Altaserbaidschanische Sprache
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Die Altaserbaidschanische Sprache (Fachterminus: Āzarbāydschāni; auch Āzari genannt) war eine mitteliranische Sprache, die bis zum 16. Jahrhundert in Āzarbāydschān im Nordwesten des heutigen Iran und in angrenzenden Gebieten gesprochen wurde. Sie war neben der Persischen Sprache, welche als Verwaltungs- und Kultursprache diente, die Hauptsprache der Region. Als Mitglied des Südwestzweiges der iranischen Sprachen war die altaserbaidschanische Sprache eng verwandt mit der mittelpersischen Sprache.
Mit der Eroberung Āzarbāydschāns durch die Ilchane und wenig später durch die Seldschuken, verlor die altaserbaidschanische Sprache immer mehr an Bedeutung, sodass sie während der Herrschaft der turkmenischen Aq Qoyunlu kaum mehr gesprochen wurde.
Literarische Zeugnisse dieser Sprache gibt es kaum. Zu den bedeutendsten noch erhaltenen Dokumenten, die in dieser Sprache verfasst wurden, gehört die Dobayt-Sammlung („Doppelverse“) des Mystikers Scheikh Safi al-Din Abdul Fath Is'haq Ardabili, des Begründers des Safawiyya Sufi-Ordens (tariqa) und Stammvaters der späteren Safawiden-Dynastie.
Die heutigen Taten im Kaukasusgebiet und in Dagestan sprechen eine Nachfolgesprache des Altaserbaidschischen. Zudem hatte die altaserbaidschanische Sprache einen starken Einfluss auf das Aserbaidschan-Türkisch, welches in der Folge ihren Platz in der Region einnahm. Dieser Einfluss ist noch heute deutlich.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Indoiranische Sprachen
- Iranische Sprachen
- Mitteliranische Sprachen
- Mittelpersisch
- Geschichte Āzarbāydschāns
[Bearbeiten] Literatur
- Ahmad Kasravi: Azari, ya, Zaban-i bastan-i Azarbaygan. Kitabfurushi-i Iran, Bethesda/Maryland 1993, ISBN 0936347317 (deutsch: Die alte Sprache Āzarbāydschāns. engl: Azari - Or The Ancient Language Of Azarbaigan. Begutachtet durch Ehsan Yarshater (engl.))
- Azari. In: Encyclopædia Iranica. Columbia University, Band 1, S. 238-245