Angelo de Gubernatis
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Angelo de Gubernatis (* 7. April 1840 in Turin; † 26. Februar 1913) war ein italienischer Orientalist, Dichter und Literaturhistoriker aus adliger Familie.
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[Bearbeiten] Leben und Werk
Angelo de Gubernatis betrieb philologische Studien an der Turiner Universität und schrieb seit seinem 17. Lebensjahr Dramen. Die Dramen Pier delle Vigne und Don Rodrigo wurden 1860 in Turin von dem Schauspieler Girolamo Rossi erstmals aufgeführt.
Im November 1862 gab er sein Lehramt am Gymnasium in Chieri zurück und ging mit einem Staatsstipendium nach Berlin. Dort studierte er unter Franz Bopp und Friedrich Weber Sanskrit und Vergleichende Sprachwissenschaft. 1865 wurde er als Professor an das Istituto degli studii superiori in Florenz berufen. Hier wurde er durch persönlichen Verkehr mit dem Anarchisten Michail Alexandrowitsch Bakunin in die Umtriebe der republikanisch-sozialistischen Partei mit hineingezogen, verzichtete, um ganz unabhängig zu sein, noch in demselben Jahr auf seinen Lehrstuhl und heiratete eine Nichte Bakunins. Nach Entfremdung zwischen ihm und Bakunin löste er sich von der Partei und konnte den Lehrstuhl zurückerhalten.
Seine poetische und journalistische Tätigkeit hatte inzwischen nicht geruht. Schon 1862 hatte er die Zeitschrift L'Italia letteraria gegründet, 1867-68 redigierte er die Rivista orientale, 1869 die Rivista contemporanea, 1869-76 die Rivista europea, später das Bollettino italiano degli studii orientali, 1881-82 die Cordelia.
[Bearbeiten] Werke
[Bearbeiten] Wissenschaftliche Werke
- I primi venti inni del Rigveda (Text und Übersetzung 1864)
- La vita ed i miracoli del Dio Indra (1866)
- Studii sull' epopea indiana (1868)
- Fonti vediche dell' epopea (1867)
- Piccola enciclopedia indiana (1868)
- Storia comparata degli usi nuziali (1869)
- Novelline di San Stefano (1869).
Seinen Ruf als Gelehrter machte er zu einem europäischen mit den weiterhin erschienenen Werken: "Zoological mythology" (Lond. 1872; deutsch von Hartmann, Leipz. 1873; franz. von Regnaud, Par. 1874, 2 Bde.), einer von einzelnen Irrtümern nicht freien, aber höchst verdienstvollen vergleichenden Darstellung der Tiersage; "Storia comparata degli usi natalizi" (1872); "Storia comparata degli usi funebri" (1873); "Mitologia vedica" (1875); "Storia dei viaggiatori italiani nelle Indie orientali" (1875); "Mythologie des plantes" (Par. 1878, 2 Bde.); "Matériaux pour servir à l'histoire des langues orientales en Italie" (1879); "Lettere sopra l'archeologia indiana" (1881) und "Letture sopra la mitologia comparata" (1881). Zu alledem kommen noch umfangreiche biographische und litterarhistorische Arbeiten: die "Ricordi biografici" (1873), lebendig und eingehend geschriebene Biographien italienischer Schriftsteller der neuesten Zeit enthaltend; das große "Dizionario biografico degli scrittori contemporanei" (1879-80); die Monographien: "Giovanni Prati" (1860), "Dall' Ongaro" (1875), "Alessandro Manzoni" (1879), "Manzoni e Fauriel" (1880) und "Eustachio Degola" (1882); endlich: "Manuale di storia della letteratura indiana" (1882) und die groß angelegte "Storia universale della letteratura" (Mail. 1882-85, 18 Bde.). In der Rastlosigkeit und Vielseitigkeit seines litterarischen Wirkens ist Angelo de Gubernatis eine fast einzig dastehende Erscheinung.
[Bearbeiten] Dramatische Werke
- Werner (1859)
- La morte di Catone (1863)
- Il re Nala, Trilogie über einen Stoff aus der indischen Sage, das bekannteste Werk des Dichters, mit großem Erfolg in Turin aufgeführt (1869; das mittlere Stück deutsch von Marx, 1870)
- Re Dasarata von Rossi aufgeführt (1871)
- Maya (1872)
- Romolo (1873)
- Romolo Augustolo, „elegia drammatica“ (1876)
- Savitri (1877)
[Bearbeiten] Andere
- Gabrielle, Roman, 1866 (erschienen im Feuilleton der Perseveranza)
[Bearbeiten] Weblinks
- Biografie (ital.)
Personendaten | |
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NAME | de Gubernatis, Angelo |
KURZBESCHREIBUNG | italienischer Orientalist, Dichter und Literaturhistoriker |
GEBURTSDATUM | 7. April 1840 |
GEBURTSORT | Turin |
STERBEDATUM | 26. Februar 1913 |