Fisch-Stil
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Unter Fisch-Stil wird eine bestimmte Skisprung-Technik verstanden, die seit den 1950er Jahren bis in die 90er Jahre von allen Skispringern verwendet wurde. Weitere Bezeichnungen für den Fisch-Stil sind Dänischer-Stil, Tropfen-Stil oder Finnischer-Stil. Häufig wird unter Parallel-Sprung-Technik auch der Fisch-Stil verstanden. Als Jan Boklöv in der Saison 88/89 mit dem von ihm entwickelten V-Stil dominierte, löste dieser neue Sprungstil nach und nach den alten Fisch-Stil ab. Spätestens seit den Erfolgen des österreichischen Teams und des Finnen Toni Nieminen 91/92 im V-Stil, wechselten auch die letzten Fisch-Stil-Springer.
[Bearbeiten] Entwicklung des Fisch-Stils
Dr. Reinhard Straumann, ein schweizer Flugzeugingenieur und selbst ehemaliger Skispringer, erkannte bereits 1924 an den Sprüngen von Jacob Tullin Thams, als erster den entscheidenden Einfluss der Luft als tragender Faktor. Daher beschäftigte er sich ab 1926 erstmals wissenschaftlich mit dem Skispringen und untersuchte die Beziehung von Geschwindigkeit, Technik, Körperhaltung und Schanzenprofilen. Er führte hierzu Messungen bei Sprungveranstaltungen durch und experimentierte mit Springerpuppen im Windkanal der Universität Göttingen. Er veröffentlichte 1926/27 seine Theorie über die aerodynamisch günstigste Körperhaltung. Er kam zu der Erkenntnis, dass der Springer die besten Weiten erzielen kann, wenn er eine Flughaltung annimmt, die dem aerodynamischen Prinzip von Flugzeugtragflächen nachempfunden ist. Seine Theorie wurde jedoch erst 20 Jahre später praktisch umgesetzt. In den 40er Jahren studierte er diesen theoretisch entwickelten Stil mit einigen Springern ein. Die Technik variierte dabei im Ausprägungsgrad der Körpervorstreckung und ging teilweise in eine fast gestreckte Flughaltung über. Weiter instruierte er die Springer nach dem Absprung die Arme ganz ruhig an den Körper zu legen und die Hände neben die kaum noch geknickten Hüften wie Flossen zum Steuern des Fluges zu benutzen. Bisher wurde vorwiegend wild mit den Armen in der Luft herum gerudert, oder die Arme wurden nach vorne ausgestreckt. Ab 1953, bei der ersten Vier-Schanzen-Tournee, etablierte sich der Fisch-Stil, jedoch wurde bis in die 60er Jahre weiterhin von einigen Springern die Variante mit ausgestreckten Armen bevorzugt. Im Laufe der Zeit setzte sich jedoch der von Straumann entwickelte Fisch-Stil durch. Im Zusammenhang mit dem Ende der 80er Jahre entstandenem V-Stil wird der Fisch-Stil heute meistens wegen der parallelen Skihaltung als Parallel-Sprung-Technik bezeichnet.
Eine weitere Neuentwicklung fand 1975 in der DDR statt. Hier entdeckten Techniker, dass es beim Anlauf aerodynamisch günstiger ist, die Arme nach hinten zu nehmen, anstatt wie bisher nach vorne. Diese Anlaufhaltung setzte sich sehr schnell durch und wird auch heute noch verwendet.
[Bearbeiten] Große Skispringer im Fisch-Stil
Unter den vielen Skispringern, die den Fisch-Stil verwendet haben können vielleicht drei Springer besonders hervorgehoben werden: Toni Innauer, Matti Nykänen und Jens Weißflog. Toni Innauer sprang 1976 bei der Oberstdorfer Skiflugwoche einen so perfekten Fisch-Stil, dass er fünfmal die beste Haltungsnote 20 erhielt. Matti Nykänen und Jens Weißflog dominierten die 80er Jahre und lieferten sich erbitterte Zweikämpfe um den Sieg. Besonders dramatisch war dies bei den olympischen Spielen 1984 in Sarajevo, wo Nykänen Sieger auf der Großschanze mit einem riesigen Vorsprung von 17.5 Punkten wurde und Weißflog auf der Normalschanze triumphierte (Video und Bilder Nykänen; Video und Bilder Weißflog).